Im erbitterten Mitbestimmungsstreit zwischen den Autobauern Porsche und VW wird der Ton immer rauer. "Ich werde Bernd Osterloh persönlich sagen, dass er diese Attacken unterlassen soll, weil er sonst das gesamte Projekt in eine Schieflage bringt", sagte Porsche -Betriebsratschef Uwe Hück.
HB STUTTGART. "Ich verurteile das auf das Schärfste. Wir werden das nicht mehr so hinnehmen", kündigte Hück am Mittwoch in Stuttgart an. VW
-Betriebsratschef
Osterloh hatte Großaktionär Porsche
am Dienstag zum wiederholten Mal heftig attackiert und von einer "feindlichen Übernahme" gesprochen. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hält derzeit knapp 31 Prozent an dem Wolfsburger Konzern.
Zwischen dem VW
-Betriebsrat
und Porsche
tobt seit Monaten ein heftiger Konflikt über die Mitbestimmung in der neuen Porsche
Holding. Aus Sicht des VW
-Betriebsrats
geht die Mitbestimmungsvereinbarung zulasten der VW
-Belegschaft,
die deutlich größer sei als die Porsche
-Belegschaft.
Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass im Aufsichtsrat die Betriebsräte von Porsche
und VW
je drei Sitze erhalten. Zudem war bisher vorgesehen, dass in der Holding Porsche
und Volkswagen
jeweils 20 Vertreter stellen sollen.
"Wir sind in der Sache ganz nah dran", betonte Hück. "Wir sind schon beim Standesamt und müssen uns nur noch das Ja-Wort geben. Wir streiten nur noch über das Hochzeitskleid." Seinem Wolfsburger Kollegen liege bereits ein Konzept vor, das eine Stimmengewichtung der Betriebsräte zugunsten von VW
vorsehe. Dies könnten "um die 30" VW
-Vertreter
im Holding-Betriebsrat sein. "Seit drei Wochen warte ich auf eine Rückmeldung von VW."
Warum trotzdem die Attacken aus Wolfsburg kommen, wisse er nicht. Hück versicherte, dass er in dem Konflikt weiter gesprächsbereit sei und keine gerichtliche Auseinandersetzung wolle. Sollten sich beide Seiten aber nicht einigen, wird das Stuttgarter Arbeitsgericht am 29. April über eine Klage des VW
-Betriebsrats
gegen die Vereinbarung entscheiden.
Der Porsche
-Betriebsratschef
wies die Forderung von Osterloh nach einem neuen Namen für die Holding strikt zurück. "Osterloh soll sich nicht zu Themen äußern, zu denen er nichts zu sagen hat. Wir lassen uns von keinem einreden, wie unsere Holding heißt." Der VW
-
Betriebsratschef hatte gefordert, der Name solle "Volkswagen und Porsche
Automobilholding SE" und nicht "Porsche Automobilholding SE" lauten. Osterloh hatte sich zudem dafür ausgesprochen, den Sitz der neuen Gesellschaft nach Niedersachsen zu legen.

