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04.03.2008 
Piëch zieht sich aus Aufsichtsratspräsidium zurück

Mysteriöse Machtspiele bei Porsche

von Martin-W. Buchenau

Am Montag ging eine Meldung angesichts des Doppelschlags von Ferdinand Piëch fast unter: Er selbst scheidet aus dem Präsidium des Porsche-Aufsichtsrats aus. Die Gründe dafür bleiben im Dunkeln. Und Piëch ist zumindest derzeit nicht gewillt, Licht in die Angelegenheit zu bringen. Sein Rückzug aus dem Gremium könnte mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zusammenhängen.

Ferdinand Piëch (l), und Wendelin Wiedeking (Archivfoto vom 19.04.2007). Foto: dpaLupe

Ferdinand Piëch (l), und Wendelin Wiedeking (Archivfoto vom 19.04.2007). Foto: dpa

STUTTGART. Porsche war schon immer ein besonderes Unternehmen. Weltberühmt spätestens, seit Hollywood-Ikone James Dean in den 50er-Jahren sich mit einem Sportwagen aus Zuffenhausen zu Tode fuhr. Höhen und Tiefen lagen in der Folgezeit in dem Konzern der Familien Piëch und Porsche immer recht nah zusammen.

Bis Wendelin Wiedeking 1992 die Führung des Sportwagenbauers übernahm. Mit den Methoden von Toyota brachte er die Kostenstrukturen in Ordnung, setzte auf das legendäre 911er-Modell, wagte mit dem Cayenne den Sprung in die Geländewagenklasse und baute mit dem Boxter einen Baby -Porsche für Einsteiger. Er achtet strikt auf die Kosten. Technische Spielereien, die sich nicht rechnen, haben bei dem Westfalen keine Chance.

Wiedeking eilte mit seiner Methode von Rekordgewinn zu Rekordgewinn. Zuletzt schoss Porsche den Vogel ab: Das Unternehmen verkaufte im Geschäftsjahr 2006/07 knapp 100 000 Fahrzeuge für 7,4 Milliarden Euro und strich dabei den Rekordgewinn vor Steuern von 5,9 Milliarden Euro ein. Allein 3,6 Milliarden Euro stammten aus Optionsgeschäften im Zusammenhang mit dem Einstieg bei VW. Das brachte den Unternehmen schon die Titulierung "Hedge-Fonds mit angeschlossenem Sportwagenhersteller" ein.

Wiedeking machte mit seiner erfolgreichen Unternehmensführung die Anleger glücklich und die Eigentümerfamilien um Milliarden reicher. Für 31 Prozent von VW gab Porsche bislang 5,8 Milliarden Euro aus. An der Börse ist das Paket über 14 Milliarden Euro wert. Angeblich hat er Ferdinand Piëch vorgeschlagen, mit den angesammelten Milliardengewinnen VW zu übernehmen. Beim Enkel des legendären Erfinders des VW -Käfers stieß er damit offene Türen ein. "Unser Ziel ist die Schaffung einer der innovativsten und leistungsstärksten Automobilallianzen der Welt, die dem verschärften internationalen Wettbewerb gerecht wird", erklärte Porsche -Chef Wiedeking gestern. Das könnte so auch Piëch gesagt haben.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Balance zwischen den Familien.

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