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23.02.2008 
Fünf Fragen an: Sybille Hollender

„Die eigene Altersvorsorge geht vor“

von Patrick Mönnighoff

„Entscheidend ist es vor allem, das eigene Alter abzusichern.“ Sybille Hollender, Steuerberaterin von Pricewaterhouse-Coopers in Düsseldorf, äußert sich im Interview mit dem Handelsblatt über eine angemessene Vorsorge im Alter sowie eine notwendige Beschäftigung mit der Abgeltungssteuer. Worauf Menschen im Alter besonders achten müssen.

Handelsblatt: Frau Hollender, gerade Menschen zwischen 50 und 65 Jahren haben häufig schon etwas Vermögen angespart. Macht es aus steuerlichen Gründen dann schon Sinn, Geld an die späteren Erben zu verschenken?

Sybille Hollender: Solange das Vermögen nicht mindestens eine Million Euro beträgt, sollte man sich selbst der Nächste sein und das Vermögen für die eigene Sicherheit im Alter behalten. Nur aus steuerlichen Gründen zu schenken, ist nicht sinnvoll. Schon jetzt sind die Freibeträge für Schenkungen und für den Erbfall gerade bei Kindern recht hoch. Zudem sollen diese Beträge ja auch noch weiter angehoben werden. In den meisten Fällen bleiben die späteren Erben dadurch von hohen Steuerzahlungen verschont.

Worauf sollten die Menschen in diesem Alter denn dann besonders achten?

Entscheidend ist es vor allem, das eigene Alter abzusichern. Es ist ja nicht nur so, dass die Rentenerhöhungen schon längst nicht mehr mit den anderen Preisanstiegen mithalten können. Zudem wurde auch die Besteuerung der Renten gerade verändert. Während früher die späteren Auszahlungen nur zu einem geringen Teil versteuert werden mussten, wird die Rente nun auf die nachgelagerte Besteuerung umgestellt. Neuerdings werden daher die Einzahlungen steuerlich entlastet, dafür will der Fiskus bei den späteren Auszahlungen aber seinen Teil abbekommen. Dabei gilt: Je später jemand ins Rentenalter kommt, desto höher sind die Belastungen.

Gibt es denn für Menschen zwischen 50 und 65 Jahren spezielle Freibeträge, die die Steuerpflichtigen nutzen können?

Nein, in diesem Alter sind die normalen Steuerermäßigungen sogar häufig noch schneller erschöpft als zuvor. So sind die Kinder meist bereits aus dem Haus und haben ihre Ausbildung abgeschlossen. Die Eltern müssen dann beispielsweise auf das Kindergeld oder die entsprechenden Freibeträge verzichten.

Also gibt es kaum Spielraum?

Zumindest der finanzielle Spielraum ist bei Menschen zwischen 50 und 65 oft größer, so dass Vermögen gebildet werden kann. Dann ist zu entscheiden, wie man investiert – zum Beispiel in Grundvermögen oder in Kapitalvermögen. Dabei sind natürlich auch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen.

Haben Sie dafür vielleicht ein Beispiel?

In diesem Jahr sollte man sich zum Beispiel mit der Abgeltungsteuer auseinander setzen, die im nächsten Jahr in Kraft tritt und für Kapitaleinkünfte einschließlich der Gewinne aus Wertpapierverkäufen gilt. Vorteilhaft ist die Abgeltungsteuer, die 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag beträgt, beispielsweise für Menschen, die im Wesentlichen Zinspapiere besitzen und dank höherer Einkünfte insgesamt einem höheren Steuersatz unterliegen. Für den Verkauf von vor 2009 gekauften Papieren gilt die Abgeltungsteuer im Übrigen grundsätzlich noch nicht, so dass man überlegen könnte, Investitionen vorzuziehen, um die Übergangsregelung in Anspruch nehmen zu können.

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