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19.06.2007 
Gesundheitsreform

Signal Iduna findet weniger Neukunden

Die Versicherungspflichtgrenze macht der Dortmunder Signal Iduna zu schaffen. Im harten Wettbewerb um Neukunden ist das Unternehmen auf Privatversicherte angewiesen, doch diese zu gewinnen ist durch die Gesundheitsreform schwieriger geworden.

lie DORTMUND. Die Versicherungsgruppe Signal Iduna hat 2006 in einem ihrer wichtigsten Kernfelder Geschäft eingebüßt: Die Zahl der Kranken-Vollversicherten sank um gut zwei Prozent auf 490 500 Personen. Vorstandschef Reinhold Schulte sieht den Rückgang als Folge der Anhebung der Versicherungspflichtgrenze 2003. Das Neugeschäft habe die Abgänge durch Tod, Rückfall in die gesetzliche Krankenversicherung und Kündigung nicht ausgleichen können, sagte er vor der Presse. Mit der Gesundheitsreform fürchtet der viertgrößte deutsche Krankenversicherer ein noch härteres Neukundengeschäft.

Anders als bei Wettbewerbern, etwa beim Branchenersten Debeka, nimmt bei der Signal Iduna das Geschäft mit den Angestellten einen hohen Stellenwert ein. Durch die Gesundheitsreform können sich Angestellte nun erst privat krankenversichern, wenn ihr Verdienst in den letzten drei Jahren über der Versicherungspflichtgrenze von aktuell 47 700 Euro lag.

Besondere Probleme sieht Schulte, zugleich Vorsitzender des Verbandes der privaten Krankenversicherer (PKV), beim Wechsel von Selbstständigen in ein Angestelltenverhältnis. Auch wenn diese Personen über der Versicherungspflichtgrenze verdienten, müssten sie sich nun gesetzlich krankenversichern, sagt er.

Im Wettbewerb um Neukunden will Schulte künftig die Leistungen der privaten Krankenversicherung stärker betonen und erweitern. Zudem wird der Vertrieb ausgebaut und umorganisiert. Im Zuge der Fusion von Signal und Iduna war die Zahl der Agenturen von 4 500 auf unter 4 000 abgebaut worden. Nun soll die Zahl dieser Verkaufsstellen wieder etwas aufgestockt werden.

Darüber hinaus denkt Schulte über eine Fusion nach. „Es werden Gespräche geführt“, sagte er. Am liebsten wäre ihm ein Partner für den kleinsten Bereich, die Sachversicherung. Die gesamte Gruppe wuchs 2006 um 0,4 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro Beitrag und verdiente nach Steuern 66,3 (80) Mill. Euro. Beim Krankenversicherer stiegen die Beiträge um 1,5 Prozent auf knapp zwei Mrd Euro; wobei die Hälfte des Wachstums aus der Verteuerung der Beiträge um durchschnittlich 5 Prozent stammt.

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