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05.01.2008 
Boomender Weinmarkt

Süße Rendite vom Rebstock

von Christian Schnell

Der Markt für Weine boomt. Schließlich sind die edlen Tropfen nicht nur etwas für Genießer; von der steigenden Nachfrage profitieren auch Fonds und Aktien ausgewählter Händler. Doch für Weinfreunde, die den Rebensaft als Geldanlage nutzen wollen, ist die Auswahl alles andere als einfach.

Das Angebot an Wein-Investments ist vergleichweise überschaubar. Foto: ArchivLupe

Das Angebot an Wein-Investments ist vergleichweise überschaubar. Foto: Archiv

FRANKFURT. Das „V“ auf dem Etikett steht für „Victory“ und ist unter Weinkennern das untrügliche Zeichen für „den Jahrhundertwein“: Der Chateau Mouton Rothschild, Jahrgang 1945, gilt als einer der begehrtesten, teuersten und natürlich besten Weine, die dieser Planet jemals hervorgebracht hat. „Année de la Victoire“, also „Jahr des Sieges“ steht unter dem auffälligen V-Zeichen und verdeutlicht damit die Ausnahmeposition des äußerst seltenen Weines. Als im Herbst 2006 beim Auktionshaus Christie ’s wieder einmal zwei Zwölfer-Kisten zur Versteigerung anstanden, waren zwei anonyme Bieter bereit, jeweils 290 000 Dollar zu bezahlen. Pro Kiste versteht sich.

Damit ist der Chateau Rothschild des Jahrgangs 1945 zwar nicht der teuerste Wein, der jemals verkauft wurde. Mittlerweile werden für herausragende Weine – vor allem aus dem westfranzösischen Bordelais – bis zu einer Million Dollar bezahlt. Interessanter ist vielmehr die Wertsteigerung. Anfang der 70er-Jahre, als der 45er Chateau Rothschild immerhin auch schon knapp 30 Jahre alt war, kostete die Zwölfer-Kiste noch 300 Dollar.

Für Weinfreunde, die den edlen Tropfen als Geldanlage nutzen wollen, ist die Auswahl alles andere als einfach. Dabei ist das Angebot an Wein-Investments vergleichsweise überschaubar. Das Spektrum reicht von Fonds über Aktien von großen südamerikanischen und chinesischen Weingütern bis hin zum direkten Einlagern großer Weine im eigenen Keller.


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Unter fünf Fondsanbietern können Anleger derzeit wählen, wobei die bekanntesten Anbieter wie die ehemalige HVB-Tochter Blue Capital oder der Waldkirchener Weinhändler Jan-Erik Paulson ihre Tranchen inzwischen vollständig platziert haben. Beide hatten sich Anfang des Jahrtausends auf edle Rotweine aus besten, vor allem französischen Lagen spezialisiert, planen derzeit jedoch keine Neuauflage. Am Ende der Laufzeit werden die Weine dann beispielsweise bei Blue Capital an die Anleger ausgegeben oder für diese verkauft.

Neu ist hingegen, dass Anleger seit dem vergangenen Jahr in einen Fonds investieren können, der ausschließlich in deutsche Weine investiert. Unter dem Namen „Zum Wohl 2006“ kam der erste Rheinland-Pfälzische Weinfonds auf den Markt (www.winecapital.de), initiiert vom ehemaligen Banker Hans-Werner Busch. Daneben bietet die am Gardasee ansässige Gesellschaft Valveri Invest die Möglichkeit, über zwei Fonds in italienische Weine zu investieren.

Gemeinsam ist allen Wein-Fonds, dass sie mit einem durchschnittlichen Volumen von zwei bis drei Mill. Euro im Vergleich zu herkömmlichen Investmentfonds sehr klein sind, und dass kein großes Finanzinstitut hinter den Initiatoren steht. Die beschäftigen sich gewöhnlich erst ab einem Volumen von 30 bis 40 Mill. Euro mit der Frage nach einem möglichen Themenfonds. Eine solche Summe ist am Weinmarkt allerdings kaum zu platzieren, zumal die Weine am Ende der Fondslaufzeit wieder verkauft werden müssen, um die versprochene Rendite einzufahren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der bekannteste deutsche Name ist die Aktie von Hawesko

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