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28.08.2007 
Unter der Lupe

Douglas gilt jetzt als Schnäppchen

von Til Knipper

Prinzipiell hätte Douglas Potenzial gehabt, am Aktienmarkt ein Gewinner des trüben Sommers zu werden. Doch auf die Kursspitze folgte ein Einbruch. Allerdings liegt dies nicht am Unternehmen selbst – der Kurs wurde vom schlechten Marktumfeld nach unten gezogen. Für Anleger ein guter Zeitpunkt, um einzusteigen.

Für die Einzelhandelskette Douglas läuft es gut. Foto: dpaLupe

Für die Einzelhandelskette Douglas läuft es gut. Foto: dpa

FRANKFURT. Eigentlich hätte der im MDax notierte Einzelhändler Douglas von den niedrigen Temperaturen dieses Sommers profitieren müssen, denn Verbraucher kaufen bei Hitze nur ungern ein. Trotzdem hat der Kurs in der Spitze seit seinem Hoch Ende Mai mehr als 17 Prozent verloren. Auch die Geschäftsentwicklung kann kein Grund für den Einbruch sein. Der Konzern hat für die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres, das bis Ende September geht, ordentliche Zahlen vorgelegt. Den erlittenen Kursverlust erklären Analysten vor allem mit dem schlechten Marktumfeld infolge der amerikanischen Hypothekenkrise. Investoren haben die Aktie verkauft, weil sie Geld brauchten.

„Da haben wohl gerade institutionelle Anleger Gewinne mitgenommen, um ihre Liquidität zu verbessern“, sagt Martina Noß, Analystin bei der NordLB. Ähnlich sieht das auch Clemens Müller von der BHF-Bank. Bei der Korrektur des Gesamtmarktes seien einige Mittelständler wie Douglas einfach mit erwischt worden.

Entsprechend hoch ist auf der anderen Seite das Potenzial, wieder nach oben zu kommen. „Wenn jemand von der Konsumerholung in Deutschland profitiert, dann ist es Douglas“, sagt Müller, der die Aktie zum Kauf empfiehlt. Analysten und das Unternehmen selbst erwarten , dass sich die Kauflust der Deutschen in der zweiten Jahreshälfte deutlich belebt. Nicht nur die bekannten Parfümerien, sondern auch die ebenfalls zum Konzern gehörenden Sparten Schmuck („Christ“), Süßwaren („Hussel“), Mode („Appelrath-Cüpper“ und „Pohland“) und Bücher („Thalia“) müssten dann ihre Umsätze weiter steigern können. Schon jetzt sieht die Douglas-Holding höhere Durchschnittsbons pro Einkauf.


Tabelle  Infografik: Douglas Holding: Relative Wertentwicklung im Verlgeich


Schwierigkeiten gibt es derzeit nur bei der angekündigten Übernahme der Karstadt-Buchabteilungen durch Thalia. Die geplante Eröffnung erster Pilotfilialen Ende Juli musste auf den Herbst verschoben werden. Grund dafür ist, dass die zu übernehmenden Mitarbeiter von Karstadt auf der Einhaltung zahlreicher Betriebsvereinbarungen bestehen, Douglas aber keinesfalls eine Zweiklassengesellschaft in der Thalia-Belegschaft einführen möchte. Selbst ein Scheitern der Übernahme habe aber keine großen Auswirkungen auf die Profitabilität der Gruppe, meint Ingbert Faust von Equinet der die Aktie von „halten“ auf „kaufen“ hochgestuft hat.

Auch bei der Modesparte müssten wieder bessere Zeiten anbrechen. In der Vergangenheit hatten Fehler beim Einkauf zu enttäuschenden Ergebnissen geführt. „Bei Appelrath-Cüpper gibt es bereits positive Anzeichen“, sagt Analystin Noß. Bei Pohland müsse man abwarten, ob die Restrukturierung, die noch einmal drei Mill. Euro gekostet hat, Wirkung zeige.

Die Akquisitionen des Konzerns in Osteuropa wird von den meisten Analysten begrüßt. Der Konzern hat Mitte August die Mehrheit an einer baltischen Parfümeriekette erworben. Damit ist Douglas in 21 Ländern aktiv. „Die Zukäufe in Osteuropa passen gut ins Bild, weil man dort flächenbereinigt ein deutlich höheres Wachstum erzielen kann“, sagt BHF-Analyst Müller. In Deutschland erreiche Douglas dagegen nur rund ein Prozent. Auch der Markt hat den jüngsten Zukauf honoriert. Seit der Bekanntgabe stieg die Aktie um über vier Prozent. Zum Jahresanfang liegt sie immerhin noch mit zehn Prozent im Plus. Von zehn Analysten raten laut Bloomberg derzeit fünf zum Kauf der Aktie. Vier stufen sie mit „halten“ ein und nur einer rät zum Verkauf.

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HANDELSBLATT ANALYSTENCHECK

NAME EINSTUFUNG  DIFFERENZ
WINCOR NIXDORF AG  neutral +12.77%
CONTINENTAL AG  buy +19.54%
VOLKSWAGEN AG  sell -38.66%
DEUTSCHE POST AG  buy +36.76%
PROSIEBENSAT1 MEDIA...  neutral +7.33%
DEUTSCHE LUFTHANSA...  buy +24.84%
SOFTWARE AG  buy +18.57%
VOLKSWAGEN AG  neutral k.A.
DEUTSCHE POST AG  neutral k.A.
CONTINENTAL AG  buy k.A.
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