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HANDELSBLATT, Dienstag, 15. April 2008, 14:39 Uhr
Untersuchung

Warum so viele Analysten daneben liegen

Von Stefan Hajek, Wirtschaftswoche

Eine aktuelle Auswertung von mehr als 6 700 Bank-Studien beweist: Die meisten Analysten taugen nicht als Tippgeber. Das ernüchternde Ergebnis der Untersuchung des Finanz-Web-Seitenanbieters Sharewise zeigt, dass ziemlich genau die Hälfte aller Empfehlungen aus heutiger Sicht falsch war. Nur einige wenige Banken machen es besser.


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Nie waren sie so wertlos wie heute. Dass Analysten mit ihren Kaufempfehlungen mitunter danebenliegen, wissen Anleger spätestens seit den Pleiten von Enron, WorldCom oder Parmalat. Doch wer glaubt, die Banker hätten aus ihren Debakeln der Jahre 2000 bis 2002 gelernt, täuscht sich. Dem Börsendienst Bloomberg zufolge lagen die rund 1 800 Analysten an der Wall Street als Gruppe noch nie so weit daneben wie zuletzt: Um gut 35 Prozent schätzten sie die Gewinne der von ihnen analysierten Firmen im vierten Quartal 2007 zu hoch ein. Ein Ausrutscher, weil Rezession und Finanzkrise die Wall-Street-Banker kalt erwischt haben?

Kaum: Auch weltweit und über den deutlich längeren Zeitraum von 18 Monaten ergibt sich kein besseres Bild. Wer jeder Analysten-Empfehlung folgt, kann genauso gut würfeln. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Finanz-Web-Seitenanbieters Sharewise hervor, aus der die Wirtschaftswoche zitiert. In der Untersuchung wurden rund 6 700 Aktienempfehlungen von 35 Banken ausgewertet.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Ziemlich genau die Hälfte der Empfehlungen war aus heutiger Sicht falsch. So wurden Aktien wie Aixtron zu Beginn ihrer Rally mit „strong sell“ eingestuft; andere, wie Thielert, hartnäckig zum Kauf empfohlen, obwohl die Probleme des Motorenbauers längst bekannt waren; und beim anhaltenden Desaster der IKB brauchten manche Institute wie das Bankhaus Lampe fast ein halbes Jahr, bis sie sich endlich zu einer Verkaufsempfehlung für den siechen Branchenkollegen durchrangen (siehe Charts).


Tabelle  Infografik: Bescheidene Vorstellung.

Tabelle  Infografik: Nicht immer hilfreich.


Es geht aber auch anders. Einige Banken liefern durch die Bank gute bis sehr gute Studien ab. Die Untersuchung fördert enorme Unterschiede in der Prognose-Qualität der Institute zutage (siehe Tabelle). Während etwa die Analysten der gerade selbst in Schieflage geratenen US-Investmentbank Bear Stearns mit 70 Prozent ihrer Empfehlungen danebenliegen, treffen andere, wie die der BHF-Bank, ebenso oft ins Schwarze.


» Special: Was Analysten meinen, wenn sie „kaufen“ sagen


Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Bilanz der Tester.


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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