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31.01.2008 
Sunpower

Comeback eines Solarstars

von Anette Kiefer

Gebeutelt durch Rezessionsängste und ein neues Energiegesetz hatte die Aktie des amerikanischen Solarzellen-Herstellers Sunpower zuletzt die Häfte an Wert verloren. Doch nun rechnen Experten mit einer Erholung des Kurses.

US-Solartitel werden bei ökologisch interessierten Anlegern beliebter. Foto: apLupe

US-Solartitel werden bei ökologisch interessierten Anlegern beliebter. Foto: ap

STUTTGART. Die Aktie des Solarzellen-Herstellers Sunpower wurde kräftig gebeutelt. Noch vor rund zwei Monaten stand der Kurs auf einem atemberaubenden Allzeithoch von knapp 165 Dollar. Seither hat sich die Stimmung unter den Ökostrom-Anlegern in den USA verschlechtert, der Kurs ist auf weniger als die Hälfte abgesackt. Doch gerade jetzt halten Analysten große Stücke auf die Aktie: Von 31 Banken raten 22 zum Kauf, insbesondere da jetzt der Preis wieder erschwinglicher geworden sei. Unter den US-Solarzellenherstellern zählt Sunpower neben First Solar und Suntech Power Holdings zu den Schwergewichten.

Grund für den Kursabsturz ist neben den allgemeinen Sorgen über die wirtschaftliche Lage in den USA vor allem das neue Energiegesetz, das keine Extra-Subventionen für Solarkraft vorsieht. Analyst Rob Stone vom Investmenthaus Cowen schätzt, dass der Markt außerdem ein Überangebot an Solarplatten befürchtet – eine Angst, die er für unbegründet hält. Der Bestand werde „noch bis mindestens nächstes Jahr knapp bleiben“. Die verbesserte Kostenstruktur von Solarzellen sollte außerdem dafür sorgen, dass diese in nächster Zeit genauso wettbewerbsfähig sind wie herkömmlichere Formen der Stromgewinnung. Auch Jeff Osborne von Thomas Weisel erwartet kurzfristig „einige Schluckauf-Kurven beim Bedarf, aber die werden nicht lange vorhalten – die Branche wird die Preise senken und damit die Nachfrage elastisch halten“.


» Special: Was Analysten meinen, wenn sie „kaufen“ sagen


Dass der Ölpreis zeitweise eine Verschnaufpause einlegte, ist dabei ironischerweise eher schlecht für das Solar-Geschäft. Denn je höher die Preise für traditionelle Energiequellen, desto attraktiver werden Solarkraft und andere erneuerbare Energien. Schätzungen zufolge ist die Zahl der installierten Solarzellen in den USA allein im vergangenen Jahr um 70 Prozent gewachsen. In diesem Jahr soll die Zahl noch einmal um 50 bis 80 Prozent wachsen.

Sunpower plant bereits weit in die Zukunft. Erst Mitte Januar gab die Firmenleitung den Abschluss eines Zehnjahresvertrags bekannt, wonach eine neue Förderungsanlage in Saudi-Arabien die Kalifornier bis mindestens 2019 mit dem wichtigen Rohstoff Polysilikon beliefern wird. Ein guter Ausgangspunkt für Sunpower, denn Polysilikon ist eine der Hauptzutaten bei der Herstellung von Solarzellen. Das Material ist weltweit so knapp, dass Experten noch über mehrere Jahre Behinderungen bei der Produktion neuer Solar-Zellen befürchten. „Die neuen Verträge helfen Sunpower, auf lange Sicht den Bedarf zu decken“, lobt Satya Kumar von Credit Suisse.

Gleichzeitig verbraucht das Unternehmen nach Ansicht von Analysten weniger Polysilikon als die Konkurrenten, um die gleiche Leistungsfähigkeit bei seinen Elementen zu erreichen. „Die Effizienz von Sunpowers Solarzellen und Modulen ist die beste der gesamten Branche“, sagt Eric Brown von Bank of America. Er erwartet für die Aktie ein Kursziel von 130 Dollar und „eine gesteigerte Kapitalrendite von fast 20 Prozent im kommenden Jahr“.

Für Optimismus sorgt zudem, dass eine weltweit steigende Zahl ökologisch interessierter Anleger ihr Herz für US-Solartitel entdeckt. Denn am amerikanischen Markt sind reine Ökoaktien schwerer zu finden als etwa in Europa, weil viele Hersteller den grünen Strom nur als einen Posten unter vielen im Portfolio stehen haben. General Electric (GE) etwa gilt als einer der größten Windturbinen-Hersteller, obwohl deren Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns nur etwa ein Sechstel ausmacht. Ein Großteil der GE-Energie-Sparte stützt sich nach wie vor auf die herkömmliche Stromgewinnung.


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