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06.12.2007 
Hoffen auf Bernanke

Deutsche Bank sieht Potenzial für Aktien

von Ralf Drescher

Hypothekenkrise und Rezensionsgefahr in den USA hin oder her, trotz erwarteter volkswirtschaftlicher Abkühlung im Winterhalbjahr sehen deutsche Kreditinstitute positiv in die Zukunft. So reiht sich die Deutsche Bank in die Gruppe der Optimisten für das Börsenjahr 2008 ein – erwartet werden allerdings lediglich Kursgewinne im einstelligen Prozentbereich.

Die Deutsche Bank blickt verhalten-optimistisch in das Börsenjahr 2008. Foto: dpaLupe

Die Deutsche Bank blickt verhalten-optimistisch in das Börsenjahr 2008. Foto: dpa

FRANKFURT. Die 8 300 Punkte seien für den Deutschen Aktienindex (Dax) für Ende kommenden Jahres eine realistische Zielmarke, sagt Klaus Martini, der die weltweite Anlagestrategie der Deutschen Bank für Privatkunden leitet. Kern des verhalten positiven Szenarios des größten deutschen Kreditinstituts ist die Annahme, dass sich die US-Wirtschaft im kommenden Jahr stabilisiert. Zwar werde die Hypothekenkrise in den Vereinigten Staaten auch 2008 noch belastend wirken, und die Gefahr einer Rezession bestehe weiterhin. Am Abend warnte Bankchef Josef Ackermann bei einer Rede an der Universität Zürich, dass die Krise noch nicht ganz ausgestanden sei. Aggressive Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed), die gute Verfassung des amerikanischen Industriesektors sowie ein dank der dynamischen Schwellenländer anhaltendes Exportwachstum stimmen Martini aber zuversichtlich, dass es nach einer „Wachstumsdelle im Winterhalbjahr eine Erholung gegen Ende 2008“ geben wird.

Überhaupt spielen die aufstrebenden Volkswirtschaften aus Sicht der Deutschen Bank eine immer wichtigere Rolle an den internationalen Kapitalmärkten. Die immens wachsende Liquidität in Ländern wie China und Indien, insbesondere aber auch in den Erdöl exportierenden Staaten schaffe eine zusätzliche Nachfrage, die in etlichen Anlageklassen für starke Bewegungen sorge. „Es gibt einen Berg von Liquidität, der nach langfristigen Anlagen sucht“, sagt Martini. So dürften die Devisenreserven asiatischer Notenbanken in den kommenden Jahren nach Prognosen der Bank jeweils um neun Prozent steigen. Und den ölexportierenden Staaten bringe jeder Anstieg des Ölpreises um zehn Dollar etwa 80 Mrd. bis 100 Mrd. Dollar zusätzliche Einnahmen.


Tabelle  Infografik: Musterportfolio.


Gestützt durch diese große internationale Liquidität, die robuste Weltwirtschaft und die Zinssenkungen der Fed, die nach Meinung der Deutschen Bank den Leitzins bis Mitte nächsten Jahres von derzeit 4,5 bis auf drei Prozent senken wird, ergebe sich ein insgesamt positives Umfeld für die Aktienmärkte, erwartet Martini. Hinzu kämen die Bewertungen der meisten Börsen, die nicht nur im Vergleich zu Staatsanleihen attraktiv seien, sondern mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen zwischen zwölf und 14 auch im langjährigen Durchschnitt nicht hoch seien.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Eine Welle von Gewinnenttäuschungen.

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