| HANDELSBLATT, Freitag, 9. Februar 2007, 12:17 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Alternative Investments | ||||||||||||||||||||||||
Rendite mit gutem Gewissen | ||||||||||||||||||||||||
Grüne Geldanlagen galten lange als risikoreiche Renditekiller, doch diese Zeiten sind längst vorbei. Immer mehr Firmen profitieren vom Öko-Boom, und ein Investment in ethisch-ökologisch wirtschaftende Unternehmen kann sich durchaus lohnen. | ||||||||||||||||||||||||
HB HAMBURG. Ein Beispiel ist der Natur-Aktien-Index (NAI). Er erreichte 2006 mit einem Plus von 26,3 Prozent auf 4.800 Punkten ein neues Allzeithoch. „Von der Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte konnten die ethisch-ökologischen Werte in besonderem Maße profitieren“, sagt NAI-Sprecher Norbert Schnorbach. Der NAI wurde 1997 in Deutschland ins Leben gerufen. Die Gründer wollten beweisen, dass ökologisch wirtschaftende Unternehmen an der Börse einen Vorteil gegenüber konventionellen Firmen haben können. Seit dem Start ist der Index um 306 Prozent (Stichtag: 30. November 2006) gestiegen. Das entspricht einem Plus von 15,6 Prozent pro Jahr. Der weltweite Aktienindex MSCI Welt legte im Vergleich dazu nur um 6,7 Prozent jährlich zu. Einzelne Werte im NAI erzielten seit ihrem Beitritt enorme Zuwachsraten. So brachte es ein großes Solarunternehmen seit 2003 auf ein jährliches Plus von 250,8 Prozent. Die Zahl der NAI-Werte wurde zum Jahreswechsel von 25 auf 30 aufgestockt, und die Unternehmen kommen aus aller Welt. Finanzinstitute sind genauso vertreten wie Möbelfabriken, Hersteller umweltfreundlicher Kraftwerke oder eine Krankenversicherung. Sogar ein chinesisches Unternehmen, das sich auf Abfall- und Abwasserbehandlung spezialisiert hat, ist neuerdings im NAI. Wichtigstes Kriterium für die Aufnahme sind laut Schnorbach ökologisch-soziale Kriterien. Dabei setzt man auf Öko-Vorreiter, die langfristig als ertragreich eingeschätzt werden. Unternehmen, die auf die Negativ-Kriterien wie beispielsweise Atomenergie, Waffenproduktion, Gentechnik bei Lebensmitteln oder Diskriminierung von Frauen zutreffen, sind grundsätzlich von der Aufnahme in den Index ausgeschlossen. Experten bewerten das Konzept durchaus positiv. „Der NAI gilt in der Branche als die konsequenteste Idee, Geld nach ethisch-ökologischen Kriterien anzulegen“, sagt Karin Baur vom Magazin „Finanztest“ der Stiftung Warentest. Allerdings sollten Anleger beim Kauf von Aktien nicht nur auf ethisch-ökologische Kriterien achten, sondern immer auch wichtige Kennzahlen wie Gewinn oder Verschuldung der Unternehmen im Blick haben. Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bei Öko-Fonds lohnt es sich, genau hinzuschauen | ||||||||||||||||||||||||
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