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HANDELSBLATT, Montag, 2. Juli 2007, 00:00 Uhr
Märkte von morgen

Antizyklische Anleger sind erfolgreicher

Von Ingo Narat und Udo Rettberg

Wer langfristig hohe Renditen erzielen will, muss anders handeln als die Masse. Denn an der Börse gelten andere Regeln als im Alltag.


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Mehr Rendite durch geschickte Strategie. Foto: dpa
Bild vergrößernMehr Rendite durch geschickte Strategie. Foto: dpa

China beherrscht die Welt, der Kampf um Trinkwasser tobt, auf Sylt wachsen Palmen. Eine mögliche Vision des Jahres 2050. Vieles davon ist schon heute wahrscheinlich, so wie die drei Megatrends Globalisierung, Rohstoffknappheit und Klimawandel. Anleger kommen an diesen Themen nicht vorbei. Frühes Handeln kann ein Vermögen schaffen: Das bedeutet antizyklisch kaufen und verkaufen.

Dahinter verbirgt sich ein einfaches Aktionsmuster: Anleger sollten Mehrheitsmeinungen mit Skepsis begegnen, oft gilt es sogar, das zu meiden, was alle tun. Wer beispielsweise Ende der Siebzigerjahre mit einer Anlage von 10 000 Euro in internationalen Aktien startete und sich in jedem Jahr auf die zuvor am stärksten gestiegenen Länder konzentrierte, blickt heute auf 93 000 Euro. Das geht aus Rückrechnungen des Finanzdienstleisters SJB Fondsskyline hervor. Der antizyklische Investor dagegen kaufte immer die Verlierer des Vorjahrs. Und machte ein Vermögen: Sein Depot kletterte rechnerisch auf über 47 Millionen Euro an. Nicht alle Anleger folgen dieser Methode, denn sie widerspricht ihrer Alltagserfahrung: Da hat die Mehrheit oft recht.


>>> Fortlaufend erweitert: Die besten Fonds zum Durchklicken

An der Börse ist das anders: Je stärker hier eine Meinung über einen Markt vertreten wird, umso eher ist es Zeit, anderer Ansicht zu sein. „Gerade an Marktwendepunkten muss man gegen den Strom schwimmen“, sagt Jens Ehrhardt, einer der erfahrensten und erfolgreichsten Vermögensverwalter Deutschlands.

Die Börse ist ein Handelsplatz für Meinungen. Diese verbreiten sich langsam, verstärken sich und erzeugen dabei Trends. So entstehen Zyklen mit Auf- und Abschwüngen. Weil dieses Muster Wohl und Wehe an der Börse bestimmt, die Auguren in Banken und Vermögensverwaltungen aber oft auch dem Mehrheitsdenken verpflichtet sind, liegen die meisten Prognosen daneben. So funktioniert Börse wie eine große Pyramide, bei der Informationen langsam von oben nach unten durchsickern. Und dabei verlieren unerfahrene Anleger Milliarden – und verpassen gleichzeitig Milliardengewinne.


Lesen Sie auch in diesem Special:

» 1982, 1987, 1993, 1997/1998, 2000, 2001: Sternstunden der Antizykliker

» Marc Faber im Interview: Eigentlich sind alle Vermögenswerte teuer geworden




Lesen Sie weiter auf Seite 2: Beispiel: die Blase des Jahres 2000


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