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 HANDELSBLATT, Donnerstag, 4. Oktober 2007, 08:55 Uhr
Studie: Global Wealth 2007

Zehn Millionen Millionäre

Von Mathias Eberle

Die Zahl der Reichen und Superreichen wächst: Das verwaltete Finanzvermögen der Millionäre nimmt seit Jahren überproportional zu – es könnte im laufenden Jahr sogar erstmals die Marke von 100 Billionen Dollar übertreffen. Wo die Reichsten der Reichen leben.


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Die Zahl der Millionäre nimmt zu: Doch wer die Scheinchen auf diesem Symbolbild besitzt hat nichts gewonnen und macht sich strafbar: Es handelt sich um Falschgeld. Foto: dpa
Bild vergrößernDie Zahl der Millionäre nimmt zu: Doch wer die Scheinchen auf diesem Symbolbild besitzt hat nichts gewonnen und macht sich strafbar: Es handelt sich um Falschgeld. Foto: dpa

NEW YORK. Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Demnach werden rund 70 Prozent des globalen Vermögens oder knapp 70 Billionen Dollar noch immer von Personen aus Nordamerika und Europa gehalten (siehe Grafik). „Zwar wachsen die Vermögen in aktuellen Topregionen wie China oder dem Nahen Osten deutlich stärker als in den großen Westmärkten“, sagte BCG-Partner Christian de Juniac dem Handelsblatt. Selbst im besten Falle werde es aber noch „zwei oder drei Dekaden dauern“, ehe die aufstrebenden Länder auch nur annähernd das Niveau von Nordamerika erreichen könnten.

Der Studie "Global Wealth 2007" zufolge gibt es derzeit weltweit 9,6 Millionen Haushalte, die jeweils mehr als eine Million US-Dollar in Bargeld, Wertpapieren oder Fonds angelegt haben (ohne Immobilienbesitz). Annähernd die Hälfte dieser Haushalte ist in den USA angesiedelt. Das Wachstum des weltweit verwalteten Finanzvermögens lag im Vorjahr bei 7,5 Prozent und erreichte ein Volumen von 97,9 Billionen Dollar. BCG stützt sich in seiner Studie auf umfangreiche Marktdaten und Gespräche mit Vermögensverwaltern aus 62 Ländern, die 96 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung repräsentieren. Das Wachstum der Vermögen in den USA fiel im Vorjahr mit einem Plus von acht Prozent höher aus als in Europa (plus 5,8 Prozent), weil die Amerikaner regelmäßig deutlich höhere Aktienquoten aufweisen und in guten Börsenjahren entsprechend profitieren.


Tabelle  Infografik: Die Weltkarte der Superreichen


2001 hatten sie im Gegenzug ein deutliches Minus einstecken müssen, während die Finanzvermögen in Europa trotz Börsen-Crash weiter wuchsen. "Speziell die vermögenden Deutschen schauen sehr stark auf eine Minimalrendite und setzen deshalb viel stärker als Amerikaner auf Garantieprodukte", erklärt Ludger Kübel-Sorger, BCG-Geschäftsführer in Frankfurt.

In Deutschland ist die Zahl der Vermögensmillionäre von 330 000 im Jahr 2005 auf 350 000 im Vorjahr angestiegen. China dürfte die Deutschen in absehbarer Zeit von Platz vier dieser "Millionärs-Rangliste" verdrängen: Das verwaltete Vermögen wuchs zwischen 2001 und 2006 mit Jahresraten von durchschnittlich 23 Prozent nirgends stärker als im Reich der Mitte. Auch osteuropäische Volkswirtschaften wie Ungarn, Polen und die Slowakei legen seit Jahren massiv zu.

Großbanken wie UBS, Citigroup, Merrill Lynch und Credit Suisse, die das Geschäft mit der professionellen Vermögensverwaltung anführen, liefern sich insbesondere in China einen Kampf um qualifizierte Vermögensberater, der die Kosten deutlich in die Höhe und die Margen nach unten treibt. Zudem beginnt sich die Finanzbranche stärker im Nahen Osten zu positionieren. Neben der Schweiz, die seit Jahren als Land mit der höchsten Millionärsdichte bekannt ist, sind auch die Vermögen in Ländern wie Katar, Kuwait oder den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen der Öl-Hausse massiv gewachsen. Das verwaltete Finanzvermögen pro Haushalt liegt im weltweiten Durchschnitt bei knapp 400 000 Dollar. Im Nahen Osten liegt dieser Wert mehr als doppelt so hoch.

Nicht alle Vermögensverwalter können von der Großzügigkeit der Reichen profitieren: Während gut aufgestellte Firmen in Lateinamerika schon mal auf Vorsteuer-Margen von 55 Prozent kommen, drückt der harte Konkurrenzkampf einige Wettbewerber immer wieder in die Minuszone. "Es gibt noch eine Menge Missmanagement in dieser Industrie", sagte BCG-Partner Paul Orlander.


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