Das beste und letzte Beispiel ist die Euphorie für Technologieaktien. Im Frühjahr 2000 platzte die Blase. Die meisten Anleger stiegen zum denkbar unglücklichsten Zeitpunkt ein – kurz vor dem Zusammenbruch. Es war jene Zeit, in der selbst Massenmedien Schlagzeilen über schnell verdientes Geld lieferten.
Die Information über den Trend Technologieaktien war zu diesem Zeitpunkt bis an den Sockel der Informationspyramide durchgesickert. Das mobilisierte die Kapitalströme der Privatanleger, die massiv in Aktien oder entsprechend spezialisierte Aktienfonds investierten. Die Euphorie war grenzenlos, und plötzlich blieben keine Anleger mehr übrig, die diese Aktien entdecken und mit Käufen die Hausse weiter hätten vorantreiben können.
„Wenn die Bild-Zeitung Börse zum Titel macht wie Anfang 2000, ist das ein guter Kontraindikator“, meint Ehrhardt. Antizyklisch zu handeln heißt eben, nicht immer mit der Masse schwimmen zu wollen. Das ernüchternde Fazit der letzten großen Hausse: Das Gros der Anleger stieg bei höchsten Kursen und damit zum schlechtesten Zeitpunkt ein, verkaufte nicht rechtzeitig, sondern vertraute auf die noch lange optimistischen Prognosen sogenannter Experten. „Die Depots vieler Privatanleger sind bis heute voll mit damals erworbenen und heute ausgebombten Technologiewerten aus dem Jahr 2000“, sagt Andreas Beck, Vorstand des Münchner Instituts für Vermögensaufbau.
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