Dazu zählt beispielsweise die Baumarkt-Kette Praktiker. Deren Aktie hat zwar in ähnlichen Dimensionen wie Arcandor verloren. Weil bei Praktiker aber nach dem schweren Jahr 2007 mit der klaren Ausrichtung auf Discount-Produkte wieder mit steigenden Gewinnen gerechnet wird, haben sich etliche Analysten in den vergangenen Tagen positiv geäußert. Die Experten der WestLB haben die Aktie in ihre sogenannte „Focus List“, eine Art Empfehlungsliste des Hauses, aufgenommen und dafür den Elektronik-Hersteller Medion gestrichen. Einer der Gründe von Analyst Wolfgang Frickus lautet, dass die Aktie derzeit 20 Prozent weniger als der Branchendurchschnitt kostet.
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Generell bieten die Papiere von Discountern mehr Chancen als diejenigen der Vollsortimenter. Die Experten der Citi stufen den Sektor deshalb mit „neutral“ ein, während sie den Vollsortimentern allenfalls unterdurchschnittliche Chancen zubilligen. „Zu konjunkturabhängig“ lautet dort das Urteil.
Dass Börsianer den Einzelhandel nicht generell abgeschrieben haben, liegt daran, dass er aktuell auch ein gehöriges Maß an Gelegenheiten bietet. Die Analysten von JP Morgan haben sogar im extrem risikoreichen britischen Einzelhandel eine „Perle“ entdeckt. Kesa heißt das hierzulande wenig bekannte Unternehmen, das die Ketten „Comet“ und „Darty“ betreibt und damit in den Bereichen Unterhaltungselektronik und Lebensmittel vertreten ist.
Drei Gründe sprechen laut Analyst Simon Irwin für die Aktie: Zum einen verfügt Kesa über extrem viel Eigenkapital, was wiederum dazu führen könnte, dass das Unternehmen in den nächsten beiden Jahren im Schnitt zehn Prozent der Aktien zurückkauft. Außerdem leidet der Kurs derzeit zu stark unter seinem Londoner Listing, obwohl das Hauptgeschäft eigentlich im für Einzelhändler wesentlich erfreulicheren Frankreich läuft.

