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29.04.2008 

Ebenso wichtig wie der Einfluss der Spekulanten ist für die Kakaopreise die politische Lage in den traditionellen Anbauländern wie der Elfenbeinküste. Die ehemalige französische Kolonie zeichnet noch immer für etwa 40 Prozent der Weltproduktion verantwortlich. "Diese Konzentration bringt Schwierigkeiten mit sich", sagt Wolter. "Probleme in einem einzigen Ursprungsland können oft ausreichen, die Versorgungslage am Weltmarkt und damit die Preise entscheidend zu bewegen".

Doch in den letzten Monaten hat sich die lange Jahre hindurch angespannte politische Lage in der Elfenbeinküste spürbar entspannt. Ende November soll in dem westafrikanischen Küstenstaat gewählt werden, wodurch der Versöhnungsprozess formalisiert und weiter abgestützt werden könnte. Obwohl es in der Vergangenheit ähnlich hoffnungsvolle Ansätze gab, ohne dass es zu einem nachhaltigen Frieden gekommen wäre, hat es diesmal den Anschein, als ob die Konfliktparteien den Versöhnungssprozess ernster nähmen. Seit über einem Jahr ist es zu keinen größeren Auseinandersetzungen mehr gekommen.

Preissteigerungen versprechen sich die Haussiers auch von den insgesamt günstigen Eckdaten am Kakaomarkt. So hat der Schokoladenkonsum mit dem steigenden Wohlstand in vielen Weltregionen deutlich zugenommen, vor allem in Indien und China. Während diese beiden Länder die Schokolade gerade erst entdecken, lässt sich auf den traditionellen Märkten in Europa, und zunehmend auch den USA, ein Trend zu dunkler Schokolade mit einem höheren Kakaoanteil ausmachen. Unterm Strich rechnen die Experten deshalb für das laufende Jahr weltweit mit einem Anstieg der Kakaonachfrage um fünf Prozent auf 3,75 Mill. Tonnen.

"Der Trend geht vor allem in Deutschland immer mehr zu dunklen Schokoladen mit höherem Kakaoanteil", sagt die Kölner Stollwerck-Gruppe, eine Tochter des weltweit führenden Schweizer Kakaoverarbeiters Barry Callebaut. Auch bei Lindt & Sprüngli, einem weiteren großen Schokoladenproduzenten, sorgt der Edelschokoladen-Boom für ein Rekordgeschäft. Kein Wunder, dass die europäische Kakao-Nachfrage allein im ersten Quartal des laufenden Jahres um rund fünf Prozent auf 355 Tonnen gestiegen ist. Dabei stammen zwar die qualitativ hochwertigsten Kakaosorten nach Aussage von Händlern traditionell vor allem aus Lateinamerika, doch dominiert beim Import mit 90 Prozent nach wie vor eindeutig Westafrika.

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