Familienmensch Elgeti genießt nun stattdessen die Freiheit, die die Selbstständigkeit mit sich bringt. Mit Hemd und Pulli geht er ins Londoner Büro. Im Ferienhaus auf der Halbinsel Darß in der Ostsee hat er sein „Außenbüro“. Ein Buch über die Chancen des deutschen Immobilienmarkts hat er nun geschrieben – was für einen, der vorher mindestens eine Studie die Woche veröffentlicht hatte, nichts Ungewöhnliches ist. „Den brutalen angelsächsischen Kapitalismus mit ostdeutschen Immobilien zusammenzubringen, ist doch eine hübsche Aufgabe“, nennt er heute sein Ziel.
Aufschwung Ost: Eine ungewöhnliche Karriere
Aufstieg: Die Karriere in der Londoner Bankenszene war für Rolf Elgeti nicht vorgezeichnet. Er stammt aus Broderstorf in Mecklenburg-Vorpommern. Sein Vater war Vorsitzender einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in der DDR.
Überflieger: Geschichten über seinen Werdegang gibt es viele. Beispielsweise die über die fünf Leistungskurse, die er am Gymnasium freiwillig belegte und trotzdem das Abitur mit einem Schnitt von 1,0 machte. Oder die vom Wirtschaftsstudium am der Uni Mannheim, das er in fünf Semestern abschloss und in zwei weiteren den MBA an der Pariser Elite-Uni Essec dranhängte.
Karriere: In der Londoner City standen ihm daraufhin alle Türen offen. Von UBS ging es zur Commerzbank und weiter zu ABN Amro. Im Frühjahr 2007 stieg er aus.
Rückkehr: Die Chancen, die seine ostdeutsche Heimat bietet, bekamen Londoner Banker oft von Elgeti zu hören. Und weil ihn das Wertsteigerungspotenzial von Immobilien schon immer fasziniert hatte, lag der Gedanke nahe, London, Ostdeutschland und Immobilien als Geschäftsidee zu verknüpfen.
Autor: Die Zeit nach seinem Ausstieg bei ABN Amro hat Rolf Elgeti genutzt, um ein Buch zu schreiben. „Der kommende Immobilienmarkt in Deutschland“ lautet der Titel. Kernthese: Zu Mieten wie in vielen Teilen Deutschlands kann niemand bauen. Die Zeit der billigen Mieten ist aber bald vorbei.

