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18.02.2008 
Disney-Konzern

Disney feuert aus allen Rohren

von Anette Kiefer

Die Disney-Euphorie greift um sich. Neue Serien und eine effektive Vermarktung haben dem Unterhaltungskonzern gute Ergebnisse beschert. Unbeeindruckt vom schlechten US-Wirtschaftsklima und der Rezessionsangst legte der Disney-Konzern in der vergangenen Woche einwandfreie Quartalszahlen vor - und übertraf damit noch die Prognose der Analysten. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

STUTTGART. "Es fällt schwer, ein Unternehmen mit einem besseren Portfolio, einer besseren Geschäftsleitung oder einer besseren Strategie zu finden", sagt Jason Bazinet von Citigroup.

Die Anleger griffen kräftig zu: Erst Mitte Januar hatte der Aktienkurs ein Jahrestief von rund 26 Dollar erreicht, inzwischen liegt er wieder bei 32 Dollar - ein Plus von etwa 25 Prozent in nur drei Wochen. "Dieser Preis ist mehr als gerechtfertigt", sagt Heath Terry von Credit Suisse. Er erwartet in den nächsten zwölf Monaten einen weiteren Sprung auf 38 Dollar. Das würde sogar das Sechsjahreshoch vom vergangenen Mai deutlich übertreffen.


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Die Disney-Euphorie greift vor allem deshalb um sich, weil der Konzern derzeit aus allen Rohren feuert: Lizenzprodukte, Freizeitparks und Fernsehsender trugen gleichermaßen zu dem guten Ergebnis bei. "Disney hat unsere Erwartungen in jeder einzelnen Sparte übererfüllt", lobt etwa Michael Morris von UBS Investment Research. Trotz des laufenden Streiks der Drehbuchautoren erzielten die Fernsehkanäle wie Sportsender ESPN und ABC, der unter anderem die Erfolgsserien "Lost" und "Desperate Housewives" produziert, gute Ergebnisse. Analysten erwarten, dass der Streik dem Konzern eventuell sogar eine Geldersparnis bringen wird. Denn zwischen Januar und April testen die meisten US-Fernsehsender die Pilotfilme für neue Serien, und in diesem Jahr ist das Angebot durch den Streik äußerst dürftig. Zwar sinken so die Chancen auf einen neuen Serienhit, aber gleichzeitig müssen die Sender auch wesentlich weniger Produktionskosten aufwenden.


Tabelle  Infografik: Walt Disney.


Die Freizeitparks wie Disneyland und Disneyworld sind voll, trotz oder gerade wegen der schwachen Wirtschaft: Die US-Bürger bleiben in den Ferien eher im eigenen Land, weil das Geld für größere Reisen fehlt; und die ausländischen Touristen kommen in Scharen nach Amerika, weil der niedrige Dollarkurs das Reisen so günstig macht. Außerdem sorgt Disney mit immer neuen Park-Attraktionen dafür, dass auch für Stammgäste das Programm nicht langweilig wird. Noch in diesem Jahr soll die Talentsendung "American Idol" - die US-Version von "Deutschland sucht den Superstar" - eine eigene Liveshow in Disneyworld bekommen. Die Tagesgewinner dürfen dann bei der nächsten Fernsehausscheidung auftreten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Goldesel übertreffen Prognosen.

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