0 Bewertungen
25.03.2008 
Anlagestrategie

Geldmarktsätze ziehen weiter an

von Anke Rezmer

In der Krise werden Tages- und Festgeldkonten wieder attraktiv für Anleger. Experten raten, freies Kapital als Festgeld zu parken und die Schwankungen an den Kapitalmärken abzuwarten.

FRANKFURT. Man kann es Anlegern kaum verdenken, wenn sie in diesen Krisenzeiten große Teile ihres Geldes auf ein Bankkonto legen. Immerhin bekommen sie aktuell für Tages- oder Festgeld bis zu fünf Prozent Zinsen im Jahr - ohne Kursschwankungen und Kosten. Zum Vergleich: Bei den als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen gibt es sogar mit Laufzeiten von zehn Jahren zurzeit weniger als vier Prozent Rendite.

Experten wie Hans-Jürgen Delp, Chef-Anlagestratege für Privatkunden bei der Commerzbank, unterstützen die Anleger in ihrem Verhalten: Delp rät, „die extremen Schwankungen an den Kapitalmärkten abzuwarten und freies Kapital zum Beispiel als Festgeld zu parken. Wir rechnen damit, dass es an den Aktienmärkten noch ein bis zwei Monate so weiter geht“, sagt er.

Hinzu kommt, dass Tages- und Festgeldangebote zuletzt noch einmal attraktiver geworden sind. Dafür gibt es zwei Gründe: Einige neue ausländische Finanzhäuser sind auf den deutschen Markt gekommen und bieten relativ hohe Zinsen für Tagesgeld an. Die Festgeldsätze wiederum hätten auch etablierte Anbieter gestützt, die sich in Zeiten krisenbedingt knapper Liquidität Mittel zu kalkulierbaren Bedingungen sichern wollten, erklärt Sigrid Herbst vom Finanzdienstleister FMH.

In den vergangenen Wochen haben Postbank, Citibank und Deutsche Bank ihren Zins für Zwölf-Monats-Festgeld um 0,2 bis 0,6 Prozentpunkte auf 4,3 bis 4,5 Prozent angehoben. Im Schnitt sind die Festgeldzinsen der von FMH beobachteten Banken seit Februar um 0,1 Prozentpunkte auf gut vier Prozent geklettert.


VERGLEICHSRECHNER mehr  
Nutzen Sie hier unseren kostenlosen und unabhängigen Service: Wer bietet Ihnen aktuell die besten Zinsen und Konditionen?
0
Ratenkreditvergleichsrechner Festgeldrechner Tagesgeldrechner Girorechner Sparbriefrechner Hypothekenrechner

Die Tagesgeldzinsen stiegen um 0,03 Punkte auf 3,27 Prozent. Wer liquide Mittel entbehren könne, sollte das Geld in Festgeld parken und sich die Konditionen sichern, meint Herbst. Schließlich erwarten Zinsexperten eher sinkende Kurzfristzinsen, weil am Geldmarkt über Leitzinssenkungen der Europäische Zentralbank spekuliert wird.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Top-Angebote sollten sich Anleger aber genau anschauen

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Unfair Value  Artikel in Merkliste

17.07.2008 von Frank Wiebe

Die Banken wollen an den Bilanzierungsregeln drehen. Aber damit würden sie mehr Schaden als Nutzen stiften. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Erholung oder Absturz?  Artikel in Merkliste

15.07.2008 von Christian Schnell und Ralf Drescher

Der Dax ist zeitweise auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Droht nun der totale Ausverkauf oder gibt es erste Anzeichen für eine Wende zum Guten? Pro und Contra. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 18.07.2008 (Abendausgabe) 

18.07.2008Börsenradio

Dank überraschend positiver Zahlen der Citigroup hat der DAX am Freitag zum dritten Mal in Folge im Plus geschlossen. Der Leitindex ging nach einem verhaltenen Start mit einem Aufschlag von 1,78 Prozent auf 6.382,65 Punkte aus dem Handel. Im Wochenvergleich ergab sich damit ein Plus von 3,73 Prozent. Anhören


Anzeige