0 Bewertungen
31.03.2008 
Investmentidee des Tages

Solaraktien sind wieder günstig bewertet

von Kora-Cora Krause

In den letzten Monaten gerieten Solarwerte massiv unter Druck, obwohl Analysten den deutschen Unternehmen immer noch gute Wachstumschancen prophezeien. Aber die zunehmende Konkurrenz aus Asien und ein befürchtetes Überangebot ließen die Aktien einknicken. Nun sind die Titel aus der Branche wieder günstig bewertet. Die tägliche Investmentidee auf Handelsblatt.com.

FRANKFURT. Beim Thema erneuerbare Energie steht die Solartechnik an prominenter Stelle. In Deutschland wird die Branche, auch wegen des Erfolgs im Aktienmarkt, schon seit geraumer Zeit aufmerksam beobachtet. Aber auch im Ausland fördern neue Richtlinien die Expansion des Sektors. Deutschen Unternehmen prophezeien Analysten daher immer noch gute Wachstumschancen, denn sie sind nicht nur Technologieführer, auch ein sicherer Heimatmarkt stärkt den Rücken.

Eine dominierende Rolle in der Solartechnik übernimmt die Photovoltaik (PV), die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität. Unternehmen wie Q-Cells, Solar World, Ersol oder Solon vertreten die Branche im deutschen Technologie Index (TecDax) zahlreich. Aber auch die noch relativ unbedeutende Solarthermie und die solarthermischen Kraftwerke gewinnen mit dem hiesigen Anbieter Solar Millennium an Aufmerksamkeit.

Noch ist Deutschland – dank seiner aktiven Förderpolitik – der wichtigste Markt für Solarenergie weltweit. Bis 2020 sollen die erneuerbaren Energien einen 20-prozentigen Anteil der hiesigen Stromversorgung bestreiten. International sagen Roland Berger sowie das Schweizer Bankhaus Sarasin der Branche bis dahin ein jährliches Wachstum von 20 Prozent voraus.


Gut für Anleger: Täglich eine neue Investmentidee auf Handelsblatt.com !

„Zuletzt ging es den Solaranbietern so gut, dass eine zusätzliche Senkung der Subventionen in Deutschland sowie in Spanien geplant ist“, erklärt Sven Kürten von der DZ Bank. Das EEG-Gesetz für Erneuerbare Energien verpflichtet Betreiber von Stromnetzen, Elektrizität dieses Bereichs einzuspeisen und nach festgelegten Preisen zu bezahlen. Auch in anderen Regionen Europas findet die hiesige Energiepolitik Nachahmung, besonders im sonnigen Mittelmeerraum. „Ähnlich wie schon in Spanien, erwarten wir dieses Jahr in Italien und bald auch in Griechenland ein sehr starkes Wachstum der Branche“, so Citigroup-Experte Benjamin Kluftinger. Selbst jenseits des großen Teichs seien deutsche Branchenriesen gut im Geschäft mit der Sonne etabliert.

In den letzten Monaten gerieten Solarwerte aber massiv unter Druck. „Bedingt wurde der Kursrutsch nicht nur durch geplante staatliche Fördermittelrückgänge. Auch die zunehmende Konkurrenz aus Asien und ein befürchtetes Überangebot ließen die Aktien einknicken“, erklärt Kürten. Gerade jetzt seien die Werte günstig bewertet und „sehr interessant zu besitzen“, kommentiert Analyst Kluftinger.

Gute Chancen bei den Großen: Lag der Kurspreis des Branchenlieblings Q-Cells etwa zu Jahresende bei gut 100 Euro, befindet er sich aktuell fast bei der Hälfte. „Wir trauen Q-Cells eine starke Kostenreduktion zu. Zudem hat das Unternehmen mit der erneuten Anhebung der Prognosen den Markt sehr positiv überrascht“, so Kluftinger. Seit dem Abschluss eines neuen Silizium-Liefervertrags verkündet Q-Cells am Donnerstag einen Zuwachs im Vorsteuerergebnis von 27 Prozent auf 250 Mio. Euro an. Die UBS lobt die hoch gestreckten Unternehmensziele für 2008 und empfiehlt den Kauf mit einem Kursziel von 93 Euro. „Gerade bei großen Playern, die langfristig eine konkurrenzfähige Stromproduktion ermöglichen, sind die Aussichten sehr gut“, kommentiert Kürten von der DZ Bank.


» Aktienanalysen des Tages: Aktuelle Einstufungen und Kursziele


Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kommentar: Bernanke, der Hase  Artikel in Merkliste

25.06.2008 von Frank Wiebe

Ist er nun eine Taube oder doch ein bisschen ein Falke? Die Frage stellt sich immer, wenn ein Notenbankchef an die Öffentlichkeit tritt. Aber bei US-Notenbankchef Ben Bernanke fällt einem eher ein Pelztier ein. Bernanke ist ein Hase - er hat Angst. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Stahlharter Markt  Artikel in Merkliste

24.06.2008 von Dirk Heilmann

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass der Rohstoffmarkt derzeit ein Verkäufermarkt ist, dann haben ihn die Eisenerzproduzenten jetzt erbracht. Der Rohstoffriese Rio Tinto setzte eine Verdoppelung des Preises durch. Kommentar

Handelsblatt Börsenradio 04.07.2008 (Abendausgabe) 

04.07.2008Börsenradio

Schweizer Großbank UBS kündigt "schwarze Null" an - Negativer Analystenkommentar von Goldman Sachs zu europäischen Banken belastet - Glänzende Absatzzahlen für den Smart - TUI-Großaktionär Frederikson will weiter Rücktritt von Konzernchef Frenzel - Euro bleibt unter 1,57 Dollar Anhören


Anzeige