Noch vor zwei Wochen stand die Softwarefirma Adobe
mit rund 20 Dollar auf einem Jahrestief. Inzwischen haben sich die Titel wieder erholt. Für die kommenden Wochen erwarten Analysten nun einen deutlichen Kursanstieg. Doch es gibt einen Unsicherheitsfaktor.
STUTTGART. Wer den Namen der Softwarefirma Adobe
hört, denkt oft zuerst an den "Acrobat Reader", der inzwischen "Adobe Acrobat" heißt und das Betrachten von schreibgeschützten PDF-Dokumenten ermöglicht. Doch Adobe
zieht nun alle Register, um auch andere Produkte im Bewusstsein der Nutzer zu verankern: Seit einigen Tagen steht etwa eine abgespeckte Version des Fotobearbeitungsprogramms "Photoshop Express" zum kostenlosen Herunterladen im Netz.
Adobe
betrachtet den Service teils als Werbegag, teils als Chance, die Nutzer an ein Produkt zu binden und ihnen dann die ausführlichere Version zu verkaufen. "Photoshop Express" lässt sich mit jedem Computer und auf jedem Betriebssystem verwenden und die Kundenkonten können sogar von unterschiedlichen Rechnern aus aufgerufen werden. Analysten lobten die Veröffentlichung als notwendigen Schritt, um mit der Konkurrenz mithalten zu können.
Adobe Systems: Kennzahlen und relative Wertenwicklung im Vergleich zur Branche
"Bisher hat Adobe
sich diesen kompletten Markt entgehen lassen", sagte Analyst Ron Glaz vom IT-Beratungsunternehmen International Data Corporation (IDC) der Agentur AP. "Sie müssen dafür sorgen, dass die Nutzer mit ihren Programmen vertraut sind und wissen, dass es auch für sie eine speziell zugeschnittene Photoshop-Lösung gibt."
Der Aktie scheint das Notprogramm jedenfalls gut zu tun. Noch vor zwei Wochen stand Adobe
mit rund 20 Dollar auf einem Jahrestief. Inzwischen haben sich die Titel wieder deutlich erholt - auch weil Analysten den übertriebenen Ausverkauf rügten.
Immerhin hatte die Softwarefirma Mitte März eine sehr gute Quartalsbilanz vorgelegt: ein Umsatzplus von fast 40 Prozent, ein Gewinnplus von fast 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Einen riesigen Witz" nennt Analyst Anders Bylund von der Finanzwebseite Motley Fool angesichts dieser Zahlen die billige Bewertung und schätzt: "Der Adobe
-Kurs
ist etwa 50 Prozent unterbewertet."
Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was Analysten an Adobe
schätzen.

