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25.02.2008 
Investoren lassen Junk-Bonds fallen

Kreditmärkte senden neue Krisensignale

von Andrea Cünnen

Die Märkte für Anleihen und Kreditderivate müssen den schlechtesten Jahresstart aller Zeiten verkraften: Die Angst vor einem Konjunktureinbruch macht Anleihen finanzschwacher Firmen zu Ladenhütern. Es gibt kaum Käufer, der Markt ist illiquide. Und eine Besserung ist so schnell nicht absehbar.

Junk-Bonds stecken in der Krise.

Junk-Bonds stecken in der Krise.

FRANKFURT. Die Lage an den Märkten für Anleihen und Kreditderivate spitzt sich zu. „Jetzt bricht die dritte Welle der Subprime-Krise über die Märkte herein“, sagt Uwe Burkert, Leiter des Kreditresearchs bei der Landesbank Baden-Württemberg. Infolge der Finanzkrise, ausgelöst von massenhaften Ausfällen von Krediten schwacher Schuldner („subprime“) in den USA, mussten Banken weltweit bereits über 140 Mrd. Dollar abschreiben.

Die Unsicherheit über das Ausmaß weiterer Abschreibungen verunsichert die Kreditmärkte extrem. „Ein Ende der Negativspirale ist nicht auszumachen“, sagt Burkert. Immer mehr Banken gehen davon aus, dass die Folgen der Krise die USA in eine Rezession treiben.

Deutlich ablesen lässt sich die Nervosität der Anleiheinvestoren am Markt für Kreditderivate. Die Risikoprämien für die Absicherung von Zahlungsausfällen sind in der vergangenen Woche auf neue Rekordhochs gestiegen. Das trifft nicht nur die Kreditderivate von schwachen Schuldnern, sondern auch die von Unternehmen mit guter Bonität. Dass Investoren so wenig Unterschiede zwischen guten und schlechten Schuldnern machen, gilt als zusätzliches Krisensignal.

Besonders hart trifft es auch Anleihen von Unternehmen mit fragwürdiger Bonität. Diese sogenannten Junk-Bonds (Schrottanleihen) haben den Investoren in diesem Jahr bereits Verluste von mehr als sieben Prozent eingebracht. So schwach sind Junk-Bonds noch nie in ein Jahr gestartet. Seit Januar sind die Kurse der auf Euro lautenden Junk-Bonds (Ramschanleihen) so stark gefallen, dass Investoren trotz der hohen Zinsscheine im Schnitt 7,2 Prozent verloren. Es gibt derzeit kaum Käufer, und der Markt ist sehr illiquide, sagt Bastian Gries, Fondsmanager für hochverzinsliche Unternehmensanleihen bei WestLB Mellon Asset Management. Die Ratingagentur Moody’s warnte kürzlich davor, dass im Falle einer Rezession in den USA mehr als zehn Prozent aller schwachen Schuldner ihre Anleihen nicht mehr bedienen können. Zuletzt lag die Ausfallquote – trotz der Subprime-Krise – weltweit bei nur gut einem Prozent. Analysten fürchten noch weiter fallende Kurse der Junk-Bonds.


Tabelle  Infografik: Risikoprämien und Fondsperformance


Moody’s erwartet, dass die weltweite Ausfallquote von Junk-Bonds in den kommenden zwölf Monaten auf 4,8 Prozent steigt und sich damit mehr als verfünffacht. Die Meinungen darüber, ob in den aktuellen Bewertungen der Hochzinspapiere bereits Ausfallraten über fünf Prozent enthalten sind, gehen auseinander und verstärken die Unsicherheit.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Herdentrieb am Markt für Junk-bonds

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