Viele in der Immobilienbranche haben von ihnen gehört, doch auf dem Immobilienmarkt gesehen hat sie bisher kaum einer – die Staatsfonds. Nun sind sie da: Einer neuen Studie zufolge stünden Staatsfonds bereit, jährlich bis zu 100 Mrd. Dollar in Immobilien zu finanzieren. Warum der Immobiliensektor den Bedürfnissen der Fonds geradezu ideal entgegenkommt.
Investmentbanken schätzen das Vermögen der Staatsfonds weltweit auf 3,2 Billionen Dollar. Foto: Archiv
DÜSSELDORF. Einer der ersten, der sich öffentlich zu seinem Interesse an Immobilien bekennt, ist der „Staatliche Pensionsfonds Ausland“ Norwegens. Wann und wo der Fonds zum ersten Mal auf Beton und Steine zugreift, lässt die norwegische Zentralbank, die das Vermögen des Fonds verwaltet, offen. „Derzeit arbeiten wir an den Investitionsrichtlinien“, sagt eine Sprecherin des Fonds.
Sicher ist, dass der Fonds maximal fünf Prozent seines Kapitals in Immobilien anlegen darf. Das wären aktuell 12,5 Mrd. Euro. Seit 1996 fließen die Einnahmen aus dem staatlich kontrollierten Öl- und Gas-Geschäft in den Fonds und haben ihn inzwischen auf 250 Mrd. Euro anschwellen lassen.
Infografik: Top 10 Staatsfonds.
Investmentbanken schätzen das Vermögen der Staatsfonds weltweit auf 3,2 Bill. Dollar. Viele dieser Fonds speisen sich wie der norwegische Staatsfonds aus Öleinnahmen, weswegen arabische Fonds dominieren. „Bislang bildete der Immobiliensektor keinen Schwerpunkt in den Investmentstrategien von Staatsfonds“, sagt Philippe Tannenbaum, Autor einer noch unveröffentlichte Studie des Immobilienfinanzierers Eurohypo über die künftigen Anlageziele der Staatsfonds. Doch die Studie macht deutlich: Die Norweger werden nicht allein bleiben. Staatsfonds stünden bereit, bis zu 100 Mrd. Dollar jährlich in Immobilien zu investieren, meint Tannenbaum. „Die Anlageklasse kommt den Bedürfnissen der Fonds geradezu ideal entgegen.“
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