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02.05.2008 
Immobilienmarkt München

Wohnen, wo einst Züge rollten

von Anette Kiefer

In der Münchener Innenstadt auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs entsteht ein neues Wohnquartier. Nicht nur die Lage, auch die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ist hervorragend. Doch wie wirbt man um Mieter und Geschäftspartner für ein Areal, das mehr als hundert Jahre lang überhaupt nicht im Bewusstsein der Münchener auftauchte?

MÜNCHEN. Es klingt fast so, als hätte eine gute Fee den Münchener Stadtplanern drei Wünsche gewährt: Eine riesige Freifläche zum einen, auf der sich zweitens sowohl Wohnungen als auch Büros und Parks ansiedeln lassen - und das alles auch noch mitten in zentraler Innenstadtlage. Ein äußerst lukratives Geschenk für die bayerische Landeshauptstadt, die bei Immobilien- und Mietpreisen regelmäßig einen Spitzenplatz erobert. Das Urban Land Institute (ULI), eine weltweite Forschungs- und Bildungsorganisation mit dem Schwerpunkt Städtebau, hat die Bayernmetropole vor kurzem zur drittattraktivsten europäischen Stadt für Projektentwickler gewählt.

Den großen Auftritt der guten Fee ermöglichen in diesem Fall die Deutsche Post und die Deutsche Bahn AG. Denn ihnen gehörte bislang der größte Teil der mehr als 170 Hektar Fläche entlang der Achse Hauptbahnhof-Laim-Pasing (HLP), die jetzt erstmals bebaut werden. Unter anderem hatten hier viele Jahrzehnte lang der Rangier- und der Containerbahnhof ihren Platz.

Doch der Strukturwandel veränderte die Bedürfnisse: Einige Flächen wurden zu klein, andere waren dagegen ungünstig gelegen oder wurden überhaupt nicht mehr genutzt. "Angesichts des geplanten Börsengangs der Bahn hat man dann untersucht, welche Flächen sich abstoßen lassen und wo man dementsprechend Gewinne erzielen kann", sagt Susanne Ritter, die leitende Baudirektorin beim Planungsreferat der Stadt München. "Das ist für uns als Stadtverwaltung natürlich ein echter Glücksgriff und eine Riesenchance, die Innenstadt weiterzuentwickeln."

Denn nicht nur die Lage, sondern auch die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ist hervorragend. Unter so hübschen Namen wie Schlosspark Nymphenburg, Hirschgarten und Arnulfpark werden die einzelnen Teilabschnitte jetzt nach und nach erschlossen. Ein Extra-S-Bahn-Halt namens "Hirschgarten" ist ebenfalls beschlossene Sache.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Erfolgreiches Konzept

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