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06.05.2008 

Tatsächlich wollte Architekt Wolf Prix mit seinem Gebäude einen Hurrikan darstellen, der kraftvoll wie die Autos seiner Auftraggeber übers Land fegt und schließlich in einer Wolkenformation gipfelt. Der Wirbelsturm selbst, im BMW-Jargon als "Doppelkegel" bekannt, dient inzwischen vor allem als Ausstellungsfläche und Veranstaltungsort für Jazz- und andere Konzerte.

Unter den stahlgrauen Wolken findet dagegen das Haupthaus Platz, mit einer riesigen Ausstellungsfläche für die Neuwagen sowie die angeblich längste Fußgängerbrücke in ganz Bayern. Sie beginnt auf der ersten Etage des Gebäudes, schwebt quer durch die Haupthalle und endet erst draußen vor dem Haus auf der anderen Straßenseite, genau vor dem soeben entstehenden neuen BMW-Museum.

Drinnen in der Haupthalle werden die Kunden unterdessen mit künstlichem Vogelgezwitscher und Grillenzirpen beschallt - damit auch ganz sicher alle kapieren: Der Sommer kommt, die Cabrio-Saison ist da. Was allerdings die riesigen Glasfronten der Ausstellungshalle ohnehin deutlicher machen als sämtliche Einspieler. Denn der Blick geht hinaus in den Olympiapark, wo die Sonne mit dem schwarzen Dach des Stadions um die Wette strahlt und die Bäume in zartem Frühlingsgrün leuchten.

Genau wie die Augen der frischgebackenen BMW-Besitzer, denen in einer ausgefeilten Zeremonie ihre brandneuen Autos ausgehändigt werden. Die dafür vorgesehene Zwischenebene namens "Premiere" ist einer der wenigen Bereiche in der BMW-Welt, der nicht für jedermann zugänglich ist. Schließlich soll hier in privater Atmosphäre das BMW-Erlebnis beschworen werden: Die Käufer schreiten auf einer Showtreppe hinab auf die Ausstellungsfläche, wo sich ihr auf Hochglanz gewienertes Gefährt mittels einer Drehscheibe von allen Seiten präsentiert.

Für diese Übergabezeremonie soll das Gebäude den würdigen Rahmen bieten - auch deshalb ließ sich der Konzern schließlich seinen Neubau geschätzte 100 Mill. Euro kosten. Und das zu Recht, denn einige Kunden sind offenbar regelrecht süchtig geworden nach dem Kick. Wie der New Yorker Journalist, der laufend neue BMWs bestellt, um sie dann jedesmal persönlich in München abholen zu kommen und auf der "German Autobahn" auszutesten.

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