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HANDELSBLATT, Sonntag, 20. April 2008, 10:00 Uhr
Gesundheitsreform

Ein bisschen Flair der Privaten

Von Anke Henrich, Wirtschaftswoche

Seit einem Jahr können gesetzlich Versicherte mit Wahltarifen sparen oder aufrüsten. Sie können einen Selbstbehalt wählen oder für eine Rückerstattung der Beiträge optieren. Die Kassen bieten auch einiges an. Das alles lohnt sich indes längst nicht immer.


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Gesetzlich Versicherte können jetzt zwischen unterschiedlichen Tarifen wählen. Foto: dpa
Bild vergrößernGesetzlich Versicherte können jetzt zwischen unterschiedlichen Tarifen wählen. Foto: dpa

Wie hält man fünf Millionen Gutverdiener davon ab, sich aus der Solidargemeinschaft der gesetzlichen Kassen in die Komfortzone private Krankenversicherung davonzuschleichen? Vermeintlich einfach: Indem man den Gesetzlichen ein bisschen vom Flair der Privaten gestattet. Seit der letzten Gesundheitsreform im April 2007 dürfen nun auch gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) ihren Mitgliedern Tarife mit Selbstbehalt oder Rückerstattung anbieten. Sogar am Procedere "Kostenerstattung", bisher nur von den Privaten bekannt, dürfen GKV-Kunden nun teilhaben: Der Patient entlohnt seinen Arzt selbst und holt sich das Geld – so gut es denn geht – von der Kasse zurück. Im Gegenzug bekommt er leichter Termine, darf der Doktor doch höher abrechnen.


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118 Kassen bieten inzwischen diese sogenannten Wahltarife zu unterschiedlichsten Konditionen und mit unterschiedlichstem Nutzwert an. Wohlgemerkt: Mit den ebenfalls von den Gesetzlichen angebotenen Zusatzversicherungen beispielsweise für Zahnbehandlungen, Reiseschutz oder Chefarztbehandlung hat das nichts zu tun. Bei den Wahltarifen geht es vor allem ums Beitragsparen, mehr Leistung gibt es nicht. Die neue Freiheit ist ein Dschungel: Jede Kasse kann alle gesetzlichen Spielarten in ihren Kosten und Leistungen variieren, das Ganze gerne noch gestaffelt nach dem Einkommen der Versicherten (siehe Tabelle: "Die Wahltarife"). Mit voller Absicht sind die Tarife schwer vergleichbar.

Immerhin: Das Bundesversicherungsamt muss alle Tarife genehmigen. Es klärt vor dem Start, ob sie sich alleine tragen, also nicht von der Versichertengemeinschaft der jeweiligen Kasse subventioniert werden müssen. "Bis auf leichte Einschränkungen war das bisher kein Problem", sagt Behördensprecher Theo Eberenz.

Hier die wichtigsten Angebote:

» Selbstbehalttarif
Eine Wette auf die eigene Gesundheit, geeignet für Junge und Gesunde

» Rückerstattung
Wer seine Kasse ein Jahr verschont, bekommt eine Pauschale oder einen Monatsbeitrag

» Kostenerstattung
Versicherte gehen in Vorleistung und reichen ihre Forderung bei der Kasse ein

» Integrierte Versorgung
Programme für chronisch Kranke und Hausarztprogramme

» Kritik der Privaten
Versicherer nehmen die Wahltarife ins Visier

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 14, 31.03.2008


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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