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HANDELSBLATT, Freitag, 25. April 2008, 13:28 Uhr
Real Estate Investment Trusts

Reits-Profis auf dem Prüfstand

Von Anke Rezmer und Robert Landgraf

Die Finanzkrise bremst die Reits aus. Angesichts der Unsicherheit über das Ausmaß der Turbulenzen an den Immobilienmärkten rechnen Fachleute in diesem Jahr nicht mehr damit, dass viele der neuen Immobiliengesellschaften an die Börse gehen. 2009 soll sich das aber wieder ändern.


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Bernd Knobloch, Chef der Eurohypo AG: "2007 war kein einfaches Jahr für die Immobilienanalysten." Foto: dpa
Bild vergrößernBernd Knobloch, Chef der Eurohypo AG: "2007 war kein einfaches Jahr für die Immobilienanalysten." Foto: dpa

FRANKFURT. Erst 2009 zeichneten sich wieder bessere Zeiten für Reits ab, sagt Bernd Knobloch, Chef des größten europäischen Immobilienkonzerns Eurohypo. Die Abkürzung Reits steht für Real Estate Investment Trusts. Das sind börsennotierte Immo-Gesellschaften, die einen Großteil ihres Gewinn steuerfrei als Dividende ausschütten.

Solange die Börsen stark unter Druck blieben und die meisten Immobiliengesellschaften unter ihrem Nettovermögenswert (NAV) gehandelt würden, mache es keinen Sinn, die neuen Produkte auf den Markt zu bringen, sagt Knobloch. Ähnlich urteilen auch Immobilienanalysten wie der Award-Gewinner Remco Simon vom renommierten niederländischen Broker Kempen: Nahezu alle europäischen Immobilienfirmen handelten unter ihrem NAV, sagt er. In einem labilen Marktumfeld gebe es 2008 keine Chance für neue Reits. Daher dürften die beiden bislang am deutschen Markt notierten Reits, Alstria Office und Fair Value, vorerst die einzigen bleiben. Zuletzt hat der Bonner Immobilienkonzern IVG seinen Reit-Start verschoben.

Allerdings bleiben Experten wie Knobloch optimistisch, dass die US-Immobilienkrise Europa nicht ganz so hart trifft. Den jüngsten Preisrutsch bei Gewerbe-Immobilien in Großbritannien sieht er als "Rückkehr zur Normalität" an, nach jahrelangem Anstieg. Zuletzt fielen die Preise für Gewerbeimmobilien kräftig, was auf der Insel für Unruhe sorgte.

Bei britischen Wohnimmobilien sind laut Knobloch die Zeiten steigender Preise vorerst vorbei. Im Gegenteil: Die Hauspreise in Großbritannien sind in den vergangenen Wochen so stark eingebrochen wie zuletzt Anfang der neunziger Jahre. "Die Erfahrungen aus den USA müssen nun auch hier gemacht werden", sagt Knobloch. Allerdings hätten die Banken die Problemlage bereits erkannt und vergäben nicht mehr aggressiv Baufinanzierungskredite an Privatkunden, sagt er.

Wirklich deckungsgleich mit den USA entwickele sich der europäische Markt allerdings nicht; so sei der Anteil problematischer Kredite in Großbritannien deutlich geringer als in den USA. Dies allein entschärfe die Situation, sagt Knobloch. Das gelte auch für Spanien mit seinem schwächelnden Immobilienmarkt. In beiden Ländern waren die Preise in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen, was einen Bauboom ausgelöst hatte. So ist der britische Wohnimmobilienindex Halifax House Price Index seit 1998 um 176 Prozent geklettert.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Derzeit nur wenig Umsätze mit Immobilien in Deutschland


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