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HANDELSBLATT, Montag, 14. April 2008, 00:00 Uhr
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Überprüft wird zum Beispiel, ob der Versicherte bei der Gesundheitsprüfung korrekte Angaben gemacht hat. Entziehen kann sich dieser Prüfung niemand: Ohne Einwilligung dazu kommt erst gar kein Antrag zustande. Die Unternehmen prüfen dabei ihre Antragsteller per abgefragter Checkliste auf Herz und Nieren. Sie müssen über Jahr zurück offenbaren, wann sie woran kränkelten und ihre Ärzte von der Schweigepflicht befreien.

Das Ergebnis des Checks hat für die Kunden weitreichende Folgen. Wird der Antrag nach dem Check verweigert, kann der Kunde woanders nur noch schwer unterschlüpfen – das nächste angefragte Unternehmen wird diese Information ganz sicher erhalten. Bekommt der Kunde nur gegen Risikozuschlag beim neuen Versicherer Schutz gewährt, kann diese Preiserhöhung seinen monatlichen Beitrag so verteuern, dass der Wechsel für ihn unattraktiv bis unmöglich wird. Da kann Gesundheitsministerin Ulla Schmidt noch so viel von der neuen Wechselfreiheit schwärmen.


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Gesundheitsprüfung und Datenaustausch sind keine Minderheitenprobleme. Während Versicherungen wie die Allianz auf Nachfrage gar nicht erst sagen, wie viel Prozent ihrer Anträge abgelehnt oder nur mit Aufschlag akzeptiert werden, und der PKV-Verband von fünf Prozent mit Risikoaufschlag spricht, reden Versicherungsvertreter von rund 20 Prozent Ablehnungen und gut 30 Prozent, bei denen Risikozuschläge gefordert werden. Kaum ein Antrag gehe noch ohne größere Nachfragen durch.

Aus Sicht der vorhandenen Kunden kann eine genaue Gesundheitsprüfung durchaus sinnvoll sein, meint Marion Busch von der Hamburger Funkgruppe Versicherungsmakler: "Eine restriktive Annahmepolitik trägt zur Beitragsstabilität bei." Über den Austausch von Kundendaten verfügt die Branche über hochsensible Daten. Datenschützer argwöhnen nun, dass sie damit nicht immer angemessen umgeht.

Für Meike Kamp vom staatlichen schleswig-holsteinischen Datenschutzzentrum ist nicht nur unklar, welche Informationen Unternehmen zum Beispiel bei abgelehnten Anträgen austauschen, sondern auch auf welcher Ebene. Nur innerhalb eines Unternehmens? Innerhalb des gesamten Konzerns? Oder gar verbandsübergreifend? Datenexpertin Kamp moniert: "Zudem betreiben nach unseren Erkenntnissen einige private Krankenversicherungen auch Bonitätsprüfungen ihrer Mitglieder." So scheitern Interessenten auch dann, wenn sie pumperlgesund sind, aber irgendwann irgendwo in der Kreide standen. Auch hier sei die Gefahr groß, dass Fehler, von denen der Kunde nichts ahne, weitergegeben würden, so die Kieler Expertin und fordert deshalb mehr Informationsfluss an die Kunden.


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ZINSESZINS

Aller Anfang ist schwer. Doch kaum etwas fällt den Bundesbürgern schwerer, als mit dem Vermögensaufbau anzufangen. Zwar ist laut einer Allensbach-Umfrage jeder Zweite überzeugt, dass seine Rente später nicht reicht. Doch nur 32 Prozent der Befragten sagten, sie wollten stärker vorsorgen.

Ja, man müsste –aber es kommt doch wieder etwas dazwischen. Urlaub, Anschaffungen, Wohnungseinrichtung. Das Thema haben auch Wissenschaftler entdeckt. Behavioral-Finance-Experten wie der Aachener Finanzexperte Rüdiger von Nitzsch untersuchen, was Menschen von der konsequenten Altersvorsorge abhält.

Zunächst ist es schlicht die Disziplin. Menschen handeln lieber emotional als rational. Sie folgen Werbebotschaften, wollen Spaß haben, mit dem neuen Glitzer-T-Shirt Eindruck machen. „Das Gehirn entscheidet nicht zuerst auf der Basis der „Ratio“, sondern gibt anderen wichtigen Bedürfnissen und Emotionen den Vorrang“, sagt von Nitzsch. Anlageexperten raten deshalb, gleich zu Monatsanfang einen festen Betrag auf das Sparkonto zu überweisen. Denn wenn der Sparer abwartet, was am Monatsende übrig bleibt, ist nichts mehr da.

Weil Menschen ungern heute schon auf Dinge verzichten, kommen Betriebe, denen die Vorsorge ihrer Mitarbeiter wichtig ist, immer mehr darauf, gestaffelte Vorsorgemodelle anzubieten. Beiträge werden danach erst abgezweigt, wenn es eine Gehaltserhöhung gegeben hat. Mit jeder neuen Lohnsteigerung steigt dann auch der Betrag, der in die freiwillige betriebliche Altersvorsorge wandert Die Beteiligung der Mitarbeiter an solchen Modellen ist nach den bisherigen Erfahrungen deutlich höher, als bei Konzepten, die sofort Geld vom Gehalt für die Rente abziehen.

Zweiter Grund für das zögerliche Vorsorgesparen vieler Bürger ist das unübersichtliche Angebot. Zertifikate, Sparpläne, Festgeld, Geldmarktkonten, Aktien, Mischfonds, Rentenfonds, Anleihen – jedes Produkt verspricht bessere Renditen oder mehr Sicherheit oder beides. In Supermärkten hat mancher schon festgestellt, dass Kunden überhaupt keine Marmelade mehr kaufen, wenn das Angebot zu groß ist. So ist es wohl auch beim Vorsorgesparen. Doch am Ende ist es gar nicht so wichtig, ob der Sparer nur einen zweitklassigen Fondssparplan erwischt hat, oder ob die zehnjährigen Bundeswertpapiere schlechter abschneiden als kurzfristigere Papiere. Hauptsache, es wandert Geld auf die hohe Kante. Nur bei Verträgen die den Anleger über lange Zeiträume binden, wie etwa eine Kapitallebensversicherung, sollten Sparer vorsichtig sein. Es kann passieren, dass plötzlich der Job weg ist oder die Zinsen fürs Haus steigen. Dann müssen Ersparnisse auch verfügbar sein.

Ein weiterer Grund fürs Aufschieben: Menschen fehlt die Vorstellungskraft, dass sie irgendwann nicht mehr so viel Geld haben wie heute. Sie glauben gerne, dass alles so weiter geht wie bisher. Da hilft vor allem eine Bestandsaufnahme. Wie viel Rente ist zu erwarten, was ist das Geld dann noch wert, und wie groß ist die Lücke.

hussla@handelsblatt.com
Das beste Investment sind Sie selbst


Beim Thema Vermögensaufbau wird der wichtigste Posten oft vergessen: Das Humankapital, das der Sparer in seinem Kopf mit sich trägt. Die vielen Fähigkeiten, die ihn zu einer attraktiven und gut bezahlten Arbeitskraft machen. So kann ein MBA leicht 1 000 Euro mehr Netto-Gehalt im Monat einbringen... und später auch 1 000 Euro mehr Rente.

Gertrud HusslaMit dem Sparen anzufangen, fällt vielen Bürgern schwer. Das Unterbewusstsein kann sich die weite Zukunft nicht vorstellen. Auch reagiert der Kopf in erster Linie emotional. Es gibt jedoch Wege, sich selbst ein Schnippchen zu schlagen.

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Experten haben Jahrzehnte geforscht, um Massenvernichtungswaffen zu entwickeln, die Menschen zerstören, aber die Gebäude intakt lassen. Man nennt diese Waffen Hypotheken.“ Das Bonmot des britischen Komikers Jeremy Hardy klingt wie das perfekte Motto für die Kreditkrise und den drohenden Immobiliencrash, vor dem sich die Briten fürchten.

Von Michael Maisch

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Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

Ja, 200 Dollar sind durchaus realistisch.

Nein, der Ölpreis wird eher fallen und die 200-Dollar-Marke wird bis Ende 2009 nicht erreicht.

 
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