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HANDELSBLATT, Dienstag, 9. Oktober 2007, 09:26 Uhr
Kolumne Zinseszins

Plädoyer für die Aktie


Die jüngsten Einbrüche an den Aktienmärkten und die rasche Erholung der letzten Tage haben wohl so manchen Anleger mit dem Schreck davon kommen lassen. Wer zu viel Geld in Aktien oder aktienmarktabhängigen Derivaten stecken hatte, hat noch mal Glück gehabt. Die Sparer, die bisher auf Aktien ganz verzichtet haben, haben dagegen das Nachsehen: ihnen entgeht erneut eine ansehnliche Rendite. Zeit, um endlich einmal die eigene Vermögensanlage vernünftig zu strukturieren.

Professionelle Vermögensberater bestätigen es immer wieder: In den meisten Portfolios steckt ein Sammelsurium von Derivaten, Anleihen oder Geldmarktfonds. Dazwischen noch Festgeld, eventuell ein Sparbuch und als Altersvorsorge mindestens eine Lebensversicherung, wenn nicht gar zwei oder drei. Dann noch zwei oder drei Aktien, die irgend wann einmal als heisser Tip gegolten haben. Alles schön und gut, aber damit laesst sich kein Vermögen machen.

Wer reich werden will, muss auch einen Teil seiner Ersparnisse in Aktien halten. Dieser Grundsatz hat in den letzten 50 Jahren fast immer gestimmt: Wer längerfristig Aktien hielt, hat damit eine Rendite von mindestens acht Prozent jährlich erzielt. Über die meisten Perioden war die Rendite sogar zweistellig. Also trauen Sie sich. Stecken Sie einen Teil Ihres Portfolios in Aktien! Dabei ist gar nicht so entscheidend, ob es BMW oder VW ist. Wie stark ein Vermögen wächst wird zum größten Teil nicht von der Auswahl der Titel sondern von der Gesamtstruktur des Vermögens bestimmt. Wer ein Leben lang auch in Aktien investiert hat zu Rentenbeginn leicht ein Drittel mehr als Anleger, die nur auf Nummer sicher gehen und um Aktien einen großen Bogen machen.

Mindestens zwanzig Prozent der Ersparnisse sollten in Aktien stecken, wenn der Anlagehorizont länger ist, können es ruhig dreißig oder gar fünfzig Prozent sein. Wer nur in „sichere“ Anlagen investiert hat nach Abzug aller Steuern häufig gar keine Rendite; unter Berücksichtigung der Inflation ist sie sogar negativ.

Dabei sollte das Aktienvermögen breit verteilt sein; Auf mindestens dreißig Titel, europaweit oder gar weltweit, über alle Branchen. Ein vernünftiger, nicht zu teurer Aktienfonds oder ein Indexfonds, der etwa den europaweiten Eurostoxx 50 oder den MSCI Europe abbildet tun es auch.

Eine breite Streuung erhöht bei gleichem Risiko deutlich die Rendite. Das hat der Nobelpreisträger Harry Markowitz längst nachgewiesen. Dabei heißt breit streuen aber nicht, aus einer Liste von Angeboten der eigenen Bank ein bisschen von jedem zu nehmen.

Mal stecken in solchen Listen überwiegend hauseigene Fonds oder Derivate, oder gar Lebensversicherungen mit hohen Gebühren und geringer Rendite. Streuen heißt Aktien oder Aktienfonds, Anleihen, als Beimischung Rohstoffe wie Gold oder Derivate und einen Teil Festgeld oder Geldmarktfonds; Das ist nicht besonders neu, aber leider halten sich viel zu wenige Sparer daran.


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ZINSESZINS

Die Vorsorgekolumne
Auf morgen verschoben


Mit dem Sparen anzufangen, fällt vielen Bürgern schwer. Das Unterbewusstsein kann sich die weite Zukunft nicht vorstellen. Auch reagiert der Kopf in erster Linie emotional. Es gibt jedoch Wege, sich selbst ein Schnippchen zu schlagen.

Von Gertrud Hussla

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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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