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HANDELSBLATT, Sonntag, 30. März 2008, 12:05 Uhr
Altersvorsorge

Sicher durch die Turbulenzen


Nehmen wir den schlimmsten Fall: Ein Anleger hat zum ungünstigsten Moment sein Geld angelegt, und genau zum Höhepunkt der Aktienmarktrally Anfang Juni 2007 investiert. Sagen wir, er hat eine Summe von 100 000 Euro ziemlich ausgewogen angelegt: ein Drittel in einen Fonds, der die im MSCI Europe vertreteten Aktien abbildet, ein Drittel in zehnjährige Bundesanleihen, ein sechstel in ein breites Rohstoffzertifikat, das dem Goldman Sachs Commodity Index folgt, und ein sechstel in Festgeld. Damit hätte der Investor 33 333 Euro in Aktien gesteckt, die gleiche Summe in Bundeswertpapiere, 16 666 Euro in das Rohstoffzertifikat und 16 666 Euro zum damaligen Durchschnittssatz von 3,8 Prozent auf zwei Jahre fest angelegt.


Tabelle  Infografik: Streuen lohnt sich


Die Aktien hätten zwar das Gesamtbild ganz schön vermasselt, doch verloren hätte der Anleger nichts. Er hätte insgesamt 100 800 Euro auf der Bank. Die breite Streuung hätte ihn gerettet. Hier die Details: Seit damals ist der MSCI Europe um gut 20 Prozent gefallen. Die in Aktien investierten 33 333 Euro wären auf 26 666 Euro geschrumpft. Bei den Bundesanleihen sieht es schon besser aus. Sie haben seither um acht Prozent an Wert gewonnen, denn viele Anleger sind in Anleihen geflüchtet. Der Bundesanleihe-Posten wäre damit auf 36333 Euro gewachsen. Richtig Glück hätte der Anleger mit dem Rohstoff-Zertifikat gehabt. Es hat seit Mitte 2007 noch einmal 25 Prozent zugelegt, in Euro gerechnet. Aus 16 666 Euro wurden 21 000. Und das Festgeld? Na ja, der Zins von 3,8 Prozent ist nicht gerade schlecht, aber da der 1. Juni 2007 ja noch nicht einmal ein Jahr her ist, wurden aus den 16 666 Euro gerade mal 17 133 (plus 2,8 Prozent).

Der Mut, auch in ein Rohstoffzertifikat anzulegen, hat sich bezahlt gemacht. Ebenso die Besonnenheit, Bundesanleihen im Depot zu halten. Ihre Kurse schwanken lange nicht so heftig, wie bei Aktien. Außerdem bewegen sie sich sehr häufig gegenläufig zu Dividendentiteln. Und das Festgeld ist eine recht sichere Parkstation, in die Anleger aber bitte nicht alles stecken sollten, denn große Gewinnchancen bietet es nicht.

Hätte ein Anleger schon vor fünf Jahren seine 100 000 Euro nach dem gleichen Prinzip angelegt, also im März 2003, dann könnte er jetzt trotz der Einbrüche am Aktienmarkt sehr zufrieden mit seinem Depotauszug sein. Aus den 100 000 Euro wärden 148 000 Euro geworden. Denn der MSCI Europe hat vor der Berg- und Talfahrt der vergangenen Monate so kräftig zugelegt, dass er auch jetzt noch fast doppelt so hoch steht wie vor fünf Jahren (plus 98 Prozent). Aus der Aktienanlage von 33 333 Euro wärden 65 333 Euro geworden. Die brave Bundesanleihe konnte da mit einem Plus von 24 Prozent (Kursgewinne plus Rendite) nicht mithalten. Aus den 33 333 Euro wären "nur" 41 333 Euro geworden. Steil nach oben ging es mit dem Rohstoffindex: In Dollar gerechnet ein Plus von 88 Prozent. Selbst in Euro erzielte er noch einen Zuwachs von 34 Prozent. Den Dollarverfall haben die Preissteigerungen mehr als ausgeglichen. Und das Festgeld? Damals waren die Zinsen noch niedriger. Doch immer wieder neu angelegt, brachte es auch ein Plus von fast 14 Prozent.

Andere Zeiträume hätten andere Ergebnisse gebracht. Doch es wäre im Prinzip meistens das Gleiche herausgekommen: Unter dem Strich gewinnen Anleger, die immer nur in sichere Häfen, wie Bundeswertpapiere oder das Sparbuch investieren und den Rest in eine Lebensversicherung stecken nicht viel. Sie lassen sich die höheren Renditen riskanterer Positionen entgehen. Wenn das Vermögen breit gestreut ist, bringen schwankungsanfälligere Positionen gewöhnlich mehr Rendite, ohne dass das Risiko übermäßig steigt .


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ZINSESZINS

Die Vorsorgekolumne
Auf morgen verschoben


Mit dem Sparen anzufangen, fällt vielen Bürgern schwer. Das Unterbewusstsein kann sich die weite Zukunft nicht vorstellen. Auch reagiert der Kopf in erster Linie emotional. Es gibt jedoch Wege, sich selbst ein Schnippchen zu schlagen.

Von Gertrud Hussla

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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

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