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HANDELSBLATT, Montag, 12. November 2007, 10:00 Uhr
Wachstumsmarkt

Klimastrategien für Anleger

Von Susanne Bergius

Vor Jahren investierten nur Idealisten und Umweltschützer in Nachhaltigkeitsfonds. Mittlerweile boomt dieser Markt: Im deutschsprachigen Raum verwalten 158 Fonds mit ökologischen und sozialen Maßstäben rund 27 Mrd. Euro, so das Sustainable Business Institute.


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HB BERLIN. Nachhaltigkeit beschäftigt auch institutionelle Anleger. Pensionsfonds und -kassen sind mit Milliardenmandaten international die wichtigsten Treiber des Wachstums. Das bestätigt Nachhaltigkeitsexperte Axel Hesse in einer Elf-Länder-Studie im Auftrag des Schweizer Swisscanto. „Deutsche Altersversorger sind aber die Schlusslichter bei der Integration von Nachhaltigkeitsaspekten“, stellt Hesse fest. Der Klimawandel wecke jedoch die Bereitschaft, sich mit dem „Socially Responsible Investment“ (SRI) zu beschäftigen. Die Skepsis gegenüber den Renditen weicht, nachdem unzählige Marktstudien erwiesen haben, dass die Risiken und die Volatilität mit konventionellen Anlagen vergleichbar und manchmal sogar höhere Renditen möglich sind. Die nachhaltigen Aktienfonds mit den besten Ratings von Standard & Poor's erzielten über drei Jahre eine Durchschnittsrendite von 70 Prozent, wie ABN Amro Asset Management errechnete.

Drei Viertel der Pensionskassen erwarteten marktfähige Returns, berichtet die Frankfurter Researchagentur Scoris. SRI senke Risiken oder steigere Renditen, sagen die meisten von 180 US-Institutionellen, die die Investmentberatung Mercer befragte. Die Hälfte der französischen Großinvestoren ist mit der Performance ihrer nachhaltigen Investments zufrieden, ein Viertel will den nachhaltigen Kapitalanteil binnen drei Jahren von vier auf mehr als zehn Prozent steigern, wie eine Umfrage von BNP Paribas Asset Management ergab. Pensionsfonds und Kirchen geben große Mandate an Vermögensverwalter und spezialisierte Ratingagenturen wie Oekom Research aus München. „Wir wollen 100 Prozent unserer Anlagen nachhaltig ausrichten. Unsere Erfahrungen sind sehr positiv“, berichtet Claus Meier, Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayerns.


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In Europa werden Schätzungen zufolge mehr als 1,5 Bill. Euro nachhaltig verwaltet: mit einfachen bis umfangreichen Ausschlusskriterien, nach Best-in-Class-Konzepten, durch Wahl von Ökopionieren oder Mischungen daraus. Manche Vermögensverwalter bieten wie die BHF Bank das „Screening“ von Portfolios an. Skandinavische Pensionsfonds haben dafür Ethikräte eingerichtet und verkaufen Aktien von Unternehmen, wenn diese der Umwelt schaden oder die Menschenrechte missachten. F&C Asset Management betreibt in Europa für 96 Mrd. Euro das „Engagement“, bei dem Aktionäre Konzerne zu nachhaltigerem Wirtschaften drängen.

Kapitalstarke Gruppen machen deutlich, dass Nachhaltigkeit ein Megatrend ist. So fordern 315 Institutionelle, die mehr als 41 Bill. Dollar verwalten, im „Carbon Disclosure Project“ von den weltgrößten Konzernen Klimastrategien und Emissionssenkungen. 180 weitere Institutionelle haben sich verpflichtet, bei ihren Anlagen von zusammen acht Bill. Dollar die UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren zu befolgen. Überdies fordern europäische Vermögensverwalter, Pensionsfonds und Stiftungen mit 1,85 Bill. Euro verwaltetem Vermögen in der „Enhanced Analytics Initiative“ die systematische Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die Finanzanalyse und vergeben mehr Aufträge an Broker, die das tun.

Kapitalanlegern wird bewusst, dass die traditionelle Aktienanalyse Risiken und Chancen aus ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten nicht erkennt. Darum erarbeitet die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) derzeit Kennzahlen für soziale und ökologische Leistungen von Unternehmen – damit hat Nachhaltigkeit den Mainstream des Kapitalmarktes erreicht. Integrierte Finanz-, Umwelt- und Sozialanalyse werde in zehn Jahren etabliert sein – das erwarten drei Viertel von 190 Investmentmanagern, die Mercer weltweit befragt hat.


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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