Bisher zeigt die Strategie Erfolg: Der Kurs des Zertifikats hat inzwischen deutlich zugelegt. Das gilt auch für das S-Box Insider Index Zertifikat der Deutschen Bank, das kurze Zeit später auf den Markt kam. Das Auswahlsystem des Zertifikats konzentriert sich nicht nur auf Dax-Werte, sondern bildet alle am amtlichen Handel gelisteten deutschen Unternehmen ab, die im abgelaufenen Quartal das höchste Verhältnis von Insiderkäufen zur Marktkapitalisierung hatten. Türöffner waren die beiden Produkte im Zertifikatemarkt allerdings nicht. Dieser Status gebührt der Schweizer Credit Suisse (CS), deren Insider-Strategiezertifikat es bereits seit 2001 gibt und das erst im vergangenen Jahr neu aufgelegt wurde. Wesentlicher Unterschied: Das CS-Produkt bezieht sich auf den US-Insiderhandel, basiert demnach auf Dollar und beinhaltet für europäische Anleger damit das entsprechende Währungsrisiko. Allerdings kann der Kunde eine Variante mit und ohne Währungsabsicherung wählen. Für das Zertifikat spricht, dass es sich in den letzten Jahren sehr gut gegenüber den breiten Indizes S&P 500 und Russell 1000 entwickelt hat. Rein auf den Insiderhandel in den USA beziehen sich auch die drei Fonds, in die Anleger derzeit investieren können.
Mehr zum Thema im akutellen Handelsblatt-Insider-Barometer
Eindeutiger Marktführer ist dabei der VCH Insight, der mittlerweile über fünf Jahre alt ist. Im Ranking der Rating-agentur Standard & Poor's der erfolgreichsten US-Fonds für kleine und mittelgroße Werte, belegte er zuletzt erst Platz eins. Wer in den USA nach Insidertransaktionen sucht, die Indiz für steigende Kurse sein könnten, steht jedoch vor einem Grundproblem: Die Auswahl ist so riesig und unübersichtlich, und die Namen der Gesellschaften sind oftmals nicht einmal Kennern geläufig. Deswegen braucht es mathematische Modelle, um hier den Überblick zu behalten. VCH hat hier das sogenannte Insider Rating System eingeführt.
Drei wichtigen Fallstricken soll dabei aus dem Weg gegangen werden: Zum einen sollen Orders von Personen herausgefiltert werden, die zwar auf dem Papier Insider sind, aber in der Praxis über keine relevanten Informationen verfügen. Des weiteren gibt es Insider, die zwar über relevante Informationen verfügen, diese aber nicht gewinnbringend umsetzen können. Und zuletzt gibt es noch die Gruppe, die zwar die richtigen Informationen besitzt und diese auch richtig einordnen kann, die allerdings durch ihre entgegengesetzte Kauf- oder Verkaufsorder die Öffentlichkeit bewusst täuschen will.
Erst zweieinhalb Jahre alt ist der Quant IQ US LBB-Invest, den die LBB Invest zusammen mit 2IQ Research aufgelegt hat. Aufnahmekriterien sind unter anderem das Volumen der Insidertransaktion, der Börsenwert der Gesellschaft, Forschungs-und Entwicklungsaufwendungen, die hierarchische Position des Insiders selbst, die Branche sowie das grundsätzliche Anlageverhalten der Insider in dieser Gesellschaft. In der Vergangenheit bewegte sich die Rendite etwa auf dem Niveau des breiten Index Russell 2000. Jüngstes Produkt am Markt ist der BN & Partner US Insight UI. Er wurde im April vergangenen Jahres aufgelegt und seither von Volker Dietrich gemanagt. Der war bis dato für den VCH-Fonds verantwortlich. Bei der Suche nach geeigneten Werten aus dem riesigen Universum der US-Nebenwerte stützt er sich auf eine ebenfalls riesige hauseigene Datenbank. Dort sind rund 170 000 Namen von amerikanischen Unternehmensinsidern gespeichert. In vielen Fällen reicht ein Blick dort, um bereits einen ersten Eindruck zu bekommen, ob es sich lohnt, der Orders eines Insiders eine eigene Order folgen zu lassen.
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