Bisher machen den ETFs bei passiven Anlagestrategien vor allem Zertifikate Konkurrenz. Viele davon orientieren sich ebenfalls an großen Indizes - und haben den Vermarktungsvorteil, dass sie Vermittlern Gebühren einbringen. Eine Wende in diesem Wettstreit könnte die neue Abgeltungsteuer bedeuten. Ab 2009 müssen auf alle Kapitalerträge pauschal 25 Prozent Steuern bezahlt werden. Allerdings bieten ETFs dabei einen Vorteil: Für alle vor 2009 gekauften Anteile gilt auf Dauer die alte Gesetzgebung. Sie besteuert Kapitalgewinne nicht, wenn der Fonds länger als ein Jahr im Portfolio liegt. Für Zertifikate hingegen gilt dieser so genannte Bestandsschutz nur bis zum 30. Juni 2009.
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Das Wachstum lässt sich auch daran erkennen, dass zum Beispiel Lyxor längst nicht mehr nur Fonds anbietet, die klassische Indizes abbilden, sondern auf diesem Weg auch Investments in Rohstoffe, Dividendenindizes oder strategische Anlagen. Konkurrent Barclays Ishares (BGI), der weltweit größte ETF-Anbieter, hat im vergangenen Jahr allein in Europa 127 neue ETFs aufgelegt. "Unser Kerngedanke ist, dem Kunden eine möglichst breite Asset Allocation auch über ETFs zu ermöglichen", sagt Deutschlandchef Andreas Fehrenbach. "Das geht nur, wenn wir zum Beispiel auch Private Equity oder Naturstoffe per ETF zugänglich machen.
Als einer der ersten Anbieter hat die NordLB Luxemburg den wachsenden Markt dazu genutzt, eine ausschließlich auf ETFs basierende Strategie für ihre Privatkunden anzubieten. "Gerade bei der Altersvorsorge halten wir das für sehr sinnvoll", sagt Alexander Greyer, Portfolio-Manager bei der NordLB. "Dabei profitiert der Anleger einerseits von den niedrigen Gebühren, andererseits von der Tatsache, dass die Indizes auf lange Sicht meist besser abschneiden als aktiv gemanagte Fonds." Er äußert sich zuversichtlich: "In absehbarer Zeit werden auch Privatanleger diese Vorteile erkennen und den ETFs zu weiterem Wachstum verhelfen."
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