Am Riester-Konzept kritisiert man in der Finanzbranche inzwischen nur noch Details: "Das Riestern muss flexibler werden", sagt DIA Katzenstein. -Vertreter Wer heute seinen Vertrag eine Weile ruhen lässt, versäumt die Zulagen und spart in dieser Zeit auch kein Kapital an. Dies sollte man laut DIA nachträglich einzahlen dürfen. "Die Sozialpolitik muss weg von dem Bild eines stetigen Lebenslaufes. Das Leben der Menschen ist heute weniger planbar als früher", sagt Katzenstein.
Doch welchen Vertrag sollten Sparer abschließen? Inzwischen gibt es eine Fülle von Angeboten. Und sehr verschiedene Produktvarianten. Die Versicherer verkaufen "klassische Produkte", die der Lebensversicherung ähneln, daneben auch "fondsgebundene" Varianten, bei denen das Spargeld in einen Fonds gezahlt wird. Die Fondsgesellschaften selbst bieten aber auch eigene Riesterprodukte an, außerdem gibt es noch spezielle Banksparpläne für diesen Bereich. Für die Versicherungsprodukte gibt es ein Rating des Researchunternehmens Franke und Bornberg (ein weiteres für Fondsprodukte ist noch in Arbeit). Es ist zu finden unter » www.franke-bornberg.de. Die Bestnote dort ist ein FFF. Die Einstufung richtet sich im Wesentlichen nach der Vertragsgestaltung, ausschlaggebend ist vor allem, wie flexibel die Produkte aus Sicht des Kunden sind. Das Rating bewertet also nicht den zu erwartenden Ertrag.
Daneben gibt es (nicht auf der Webseite) für die klassischen Versicherungsprodukte einen Vergleich der garantierten Mindestrenten. Hierbei schneidet unter den mit FFF benoteten Angeboten vor allem die Axa
sehr gut ab, daneben gibt es relativ hohe Garantien aber auch von der Hannoverschen Lebensversicherung, der Debeka, der Cosmos, der Asstel und der PB Lebensversicherung.
Zu beachten ist allerdings: Die Garantie sagt nur, wie viel der Kunde im schlechtesten Fall mindestens bekommt. Fast immer sind die Auszahlungen höher. Deswegen garantiert eine hohe Garantie keinesfalls eine tatsächlich relativ hohe Auszahlung. Daneben gibt es eine Aufstellung darüber, wie viel der Kunde bei den fondsgebundenen Produkten (die keine Garantie haben) herausbekommen kann. Sie sagt nichts aus über die Rendite der Fonds, sondern über die Kosten des Versicherers - also darüber wie viel von der Fondsrendite beim Kunden ankommt. Ergänzend sollten sich Kunden immer noch die bisherige Wertentwicklung des Fonds anschauen. Bei diesem Kostenvergleich schneiden wiederum die Axa
und die Arag recht gut ab.
Dass ein Riester-Vertrag der dringend notwendigen privaten Altersvorsorge dient, scheint inzwischen bei den Menschen anzukommen: Immerhin hat bereits fast ein Drittel der Berechtigten - rentenversicherungspflichtige Angestellte, Beamte und Hausfrauen - eine Riester-Rentenversicherung, einen Riester-Fonds- oder-Banksparplan abgeschlossen. Allerdings fehlt es nach Erfahrung Bielers oft noch am Bewusstsein, dass ein Riester-Vertrag nur ein Baustein der Versorgung im Alter sein kann. "Viele glauben, mit einem Riester-Vertrag aus dem Schneider zu sein", sagt er.
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