Und Hambro macht Hoffnung auf mehr. "Ich erwarte für 20 bis 30 Jahre hohe Rohstoffpreise", sagt Fondsmanager Hambro. Er outet sich damit als Anhänger der sogenannten Superzyklustheorie. Danach bleibt die Hausse intakt, obwohl sie schon einige Jahre auf dem Buckel hat - von Ermüdung soll keine Spur sein. Während Skeptiker nach den scharfen Preiskorrekturen Ende März ein Ende des Aufschwungs ausrufen, bleibt der Mann aus London gelassen. "Die Volatilität ist ein wenig gestiegen", bemerkt er trocken.
Im Kern glauben die "Superzykliker": Eine weiter steigende Nachfrage trifft auf ein dauerhaft knappes Angebot und treibt so die Preise. Auf der Nachfrageseite dominiert das rasante und rohstoffintensive Wachstum der Schwellenländer mit China und Indien an der Spitze. Milliarden von Menschen streben einen höheren Lebensstandard an, wollen sich besser ernähren, wollen ein eigenes Auto und eine eigene Wohnung. Der Aufschwung ist äußerst ressourcenintensiv. Er verschlingt Rohstoffe jeder Art: Energie, Metalle und landwirtschaftliche Produkte.
Das Angebot kann nicht mithalten. Die Kosten für die Erschließung neuer Minen oder einen Kapazitätsausbau der Förderstätten sind rapide gestiegen. Das nötige Material, die nötige Energie und auch die notwendigen Fachleute sind heute viel teurer als früher. "Außerdem hatten die Minengesellschaften bei ihrer Suche nach neuen Lagerstätten höchstens geringen Erfolg, deshalb ist der Kauf anderer Gesellschaften die einfachste Lösung", sagt Hambro.
Kein Wunder, dass das Jahr 2007 bereits mit einem Rekordvolumen bei den Minenfusionen in den Büchern steht. Laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers wird dieser Rekord im laufenden Jahr noch übertroffen werden. Es ist sogar von "astronomischen Niveaus" die Rede. Solche Fusionen sind zwar eine Option für einzelne Gesellschaften. Sie erhöhen aber nicht das Gesamtangebot, können daher auch das Angebotsdefizit nicht verringern. "Und dazu kommen auch noch Ausfälle durch Streiks, Naturkatastrophen oder Energieausfälle wie zuletzt in Südafrika", sagt Hambro.
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