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HANDELSBLATT, Freitag, 14. März 2008, 12:26 Uhr
Morningstar Fund Awards

Podiumsdiskussion: Börsenprofis schwelgen in Pessimismus

Von Ingo Narat und Anke Rezmer

Die Finanzmärkte steuern in stürmischer See. Eine Ausweitung der Kreditkrise mit weiteren Schieflagen bei Banken und Unternehmen ist kaum vermeidbar. Diese Meinung vertraten drei renommierte Börsenexperten auf einer Podiumsdiskussion anlässlich der Verleihung der "Morningstar Fund Awards".


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FRANKFURT. "Die Kreditblase ist geplatzt", sagte Marc Faber, ein unabhängiger Vermögensverwalter aus Hongkong, dessen Ansichten in der Börsenwelt stark beachtet werden. "Die Schäden sind jetzt so groß, dass sie das gesamte Finanzsystem gefährden. Sie werden mehrere Billionen Dollar erreichen, wenn wir am Ende alle Verluste aus dem Immobilien-, Aktien- und Anleihesektor jenseits des Staatsbereiches addieren", sagte der gebürtige Schweizer.

Über die Folgen der ausufernden Krise am US-Hypothekenmarkt waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde einig. "Die US-Wirtschaft steckt in einer Rezession", sagte auch Paul Kasriel, Leiter des Researchs beim großen US-Finanzhaus Northern Trust. "Sie ist schlimmer als die letzte Rezession, weil sie die Konsumausgaben erreicht hat. Dies wiederum bremst Produktion, Investitionen, Export und hinterlässt Bremsspuren am Arbeitsmarkt", ergänzte der Mann aus Chicago, der bereits Preise für seine akkuraten ökonomischen Prognosen erhielt. John Trudgian, Partner beim Think Tank Williams Inference Center, meint auch: "Die US-Konjunktur steuert auf eine harte Landung zu."

Für Faber ist die zu lockere Geldpolitik der US-Notenbank Kern allen Übels. "Die Fed hat total versagt", sagte er. Seiner Ansicht nach hat Fed-Chef Ben Bernanke - wie sein Vorgänger nach dem Platzen der Internetblase 2000 - die Inflationsbekämpfung zugunsten des Versuchs, die Konjunktur anzukurbeln, aufgegeben.

Um die Folgen der aktuellen Kreditkrise einzugrenzen, senkte Fed-Chef Bernanke den Leitzins innerhalb weniger Monate massiv um 2,25 auf drei Prozent. Für die kommende Woche wird eine weitere Senkung erwartet. "Die künstlich niedrigen Zinsen haben den Inflationsdruck verstärkt. Zwei Symptome sind der fallende Dollar und die steigenden Rohstoffpreise", folgerte Faber.

"Die Finanzinnovationen haben monströse Ausmaße erreicht. Sie gefährden die Weltwirtschaft", meinte Faber. Kasriel sorgte sich ebenfalls: "Die Verluste in anderen US-Konsumbereichen wie bei Autokrediten und bei Kreditkarten werden steigen. Finanzinstitutionen werden noch große Verluste ausweisen müssen. Das Finanz-Umfeld gehört zu den instabilsten seit Ende des Zweiten Weltkrieges."

In den vergangenen Monaten sind Anleger unter dem Eindruck der Krise verstärkt aus allen als unsicher betrachteten Investments geflohen. "Der US-Aktienmarkt hat wahrscheinlich im vergangenen Herbst sein Top erreicht", schätzt Faber. Er sieht an Wall Street keine neue Hausse - "wegen eines hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisses um die 20 und Rekord-Gewinnmargen, die auf ihren historischen Schnitt zurückfallen könnten und dann für schwere Enttäuschungen sorgen dürften".

Lesen Sie weiter auf Seite 2: >"Meine favorisierte Währung ist langfristig Gold"


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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