Das Kontrastprogramm zum Gesamtgewinner Fidelity präsentiert Barclays Global Investors (iShares) als bestes großes Haus für Aktienfonds. Während die Truppe um Higginbotham das berühmte Alpha jagt, also mehr erwirtschaften will als die Messlatte vor gibt, strebt Barclays genau das Gegenteil an.
„Wir werben nicht mit Performance“, sagt Jennifer Grancio, die erst seit einigen Monaten das Deutschland-Geschäft unter ihren Fittichen hat. Barclays ist weltweit der größte Anbieter von Indexfonds und börsengehandelten Indexfonds, den sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds). Diese Indexfonds gibt es inzwischen nicht nur auf Aktien-Messlatten wie den Dax oder Euro Stoxx 50, sondern auch auf spezielle Sektoren, Anleihen und andere Vermögensformen.
Der Preis für Barclays hat einen gewissen Charme. Er spiegelt die unterdurchschnittliche Leistung vieler aktiver Manager wider, die mit Wetten auf Länder, Branchen oder Einzeltitel den Vergleichsindex schlagen wollen, daran aber oft scheitern. Das ist einer der Gründe für den Run auf ETFs.
Sogar die Kreditkrise beflügelt das Geschäft. Komplexe und kaum durchschaubare Anleiheprodukte sind aus der Mode. Das verleiht Indexprodukten zusätzliche Popularität. „Die sind liquide, transparent, man kann sie jederzeit kaufen und verkaufen“, sagt Grancio. Seit dem Start der Subprime Krise (Subprime = Kredite minderer Bonität) im vergangenen Sommer registriert Grancio „eine Explosion der Handelsvolumina“.
Neue Produkte hat sie ebenfalls in der Pipeline: „Für den Anleihebereich und auch für spezielle Aktienstrategien.“ Barclays ist mit seinem mehr als 40-köpfigen Team gerade erst innerhalb Münchens umgezogen. Die neuen Räumlichkeiten bieten jedoch Platz für 80 Personen. „Für weitere Mitarbeiter, wir haben sehr ambitionierte Wachstumspläne“, offenbart Grancio.
Sie hat keinen Zweifel daran, dass das Indexfondsgeschäft weiter rasant wachsen wird. Davon sind auch unabhängige Beobachter überzeugt. Zu groß ist der Nachholbedarf bei den wichtigen institutionellen Investoren auf diesem Produktfeld gegenüber den Pionierländern wie den USA.
Auch die Privaten dürften mehr Interesse zeigen, da die seit Jahresbeginn geltende EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid (zu deutsch: Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente) Banker und Berater zur Offenlegung der Gebühren anhält. Und ETFs sind im Vergleich zu aktiv verwalteten Fonds nun einmal konkurrenzlos billig.
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