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14.03.2008 

Trudgian kann sich vorstellen, dass führende Aktienindizes wie Dax und Dow in diesem Jahr "noch um ein Fünftel an Wert verlieren". Der Dax sackt nach der Prognose auf 5 200 Punkte, der Dow auf 9 750. Kasriel findet im derzeitigen Umfeld kaum attraktive Investments. "US-Aktien werden neue Tiefs austesten, und Emerging-Markets-Titel werden wahrscheinlich unter einer Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums leiden", sagte er.

In den vergangenen Monaten flüchteten die Anleger in die von ihnen als sichere Häfen angesehene Anlagen: in erstklassige Anleihen, Barpositionen und Rohstoffe. Die sicheren Häfen könnten sich jedoch in einigen Fällen als unsicher erweisen. "Ich rechne in den kommenden zehn Jahren mit stark steigenden US-Renditen. Die Börsianer reden über alle möglichen Blasen, aber die sehr niedrigen Renditen bei den langfristigen US-Staatsanleihen spiegeln eine der größten Blasen wider", sagte Faber.

Wenn die Fed laut Faber die Investoren mit ihrer laxen Geldpolitik und höherer Inflation im Gefolge zu sehr verunsichert, dann wird seiner Einschätzung nach eine Flucht aus Treasuries folgen: "Langfristig kann ich mit guter Gewissheit voraussagen: US-Anleihen werden Junk-Status bekommen." Selbst Cashpositionen sind seiner Einschätzung nach risikoreich, weil sie durch die Inflation real an Wert verlieren.

Trudgian hat bereits jetzt höhere Renditen im Auge. Er taxiert die Effektivverzinsung der zehnjährigen US-Treasuries am Jahresende auf gut sechs Prozent, fast drei Prozentpunkte über den aktuellen Sätzen von 3,7 Prozent. Ein ähnliches Krisenszenario hat wohl auch Kasriel vor Augen, wenn er die Folgen einer Abkopplung der Währungen Saudi-Arabiens und Chinas vom Dollar durchspielt. "Es käme zu einer globalen Flucht aus dem Dollar, was die Fed zu Zinserhöhungen zwingen würde. Das müsste die US-Wirtschaft in eine der schwersten Rezessionen seit dem Zweiten Weltkrieg stürzen."

Der Northern-Trust-Mann empfiehlt Schweizer-Franken-Papiere als relativ sichere Anlage in stürmischen Zeiten. Aktuell hält Faber Immobilien bestimmter Regionen für vergleichsweise attraktiv. In bestimmten wachstumsstarken Schwellenländer wie Brasilien oder China seien die Preise der Immobilien noch relativ günstig. "Auch der deutsche Immobilien-Markt ist wieder recht attraktiv", meint er.

"Meine favorisierte Währung ist langfristig Gold", sagt er. Auch Trudgian kann sich vorstellen, dass sich der Goldpreis binnen fünf Jahren nochmals verdoppelt oder sogar verdreifacht. Faber hält es sogar für möglich, dass in einer Inflationsphase der Dollar-Goldpreis pro Unze den Punktestand des Dow-Jones-Index übertrifft." Zur Erinnerung: Derzeit trennen den Dow mit 12 000 Punkten und die Unze Gold mit rund 1 000 Dollar pro Unze Welten.

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