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HANDELSBLATT, Montag, 7. April 2008, 15:17 Uhr
Zertifikate-Konstruktionen

Je komplexer, desto teurer

Worauf Anleger im Beratungsgespräch mit ihrem Banker achten sollten.


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Vertriebsprovision: Eine im vergangenen Jahr in Kraft getretene EU-Richtlinie verpflichtet Berater, die Vertriebsprovision von Anlageprodukten offenzulegen. Das gilt auch für Zertifikate. Erkundigen Sie sich direkt, wie hoch die Vergütung für den Berater ist. Nicht ausgewiesen wird die Binnenprovision, also der Gewinn des Emittenten für die Strukturierung des Produkts. Faustregel: Je komplexer das Produkt, desto höher die Provision.

Emittent: Erkundigen Sie sich nach der herausgebenden Bank des Zertifikats. Prüfen Sie die Bonität anhand des Ratings, das im Verkaufsprospekt jedes Zertifikats ausgewiesen ist, oder fragen Sie direkt nach. Für langfristige Anlagen über mehrere Jahre sollte der Emittent wenigstens über ein "A"-Rating oder eine bessere Einstufung verfügen.


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Risikoklasse: Jeder Anlageberater ist verpflichtet, seine Kunden nach der persönlichen Risikoneigung und Erfahrung bei der Geldanlage zu befragen und auf dieser Basis eine Risikoklassifizierung vorzunehmen. Er darf ihm dann nur Zertifikate und andere Anlageprodukte verkaufen, die zu diesem Profil passen. Diesen Vorgang nutzen manche Banken, um unliebsame Konkurrenz im Zertifikatemarkt auszuschließen: Sie gruppieren hausfremde Produkte grundsätzlich in die höchste Risikoklasse ein und haben so leichtes Spiel, hauseigene Zertifikate zu vertreiben. Haken Sie also nach, wenn Ihnen nur bankeigene Produkte offeriert werden.

Börsenhandel: Populär ist der Vertrieb in der Zeichnungsphase eines Zertifikats – dann können Bankberater am einfachsten die Vertriebsprovision als Honorar für ihre Beratungsleistung einstreichen. Doch im Reich der inzwischen 320 000 Zertifikate gibt es auch im Handel an der Börse für jedes Chance-Risiko-Profil attraktive Produkte. Ein gutes Zeichen ist daher, wenn ein Berater ein bereits gehandeltes Produkt empfiehlt.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 13, 22.03.2008


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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