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HANDELSBLATT, Donnerstag, 24. April 2008, 07:10 Uhr
Zertifikate

Zertifikatefonds müssen Federn lassen

Von Matthias von Arnim

Die meisten Zertifikatefonds boten bisher drei Vorteile: eine niedrige Volatilität, einen Steuervorteil und die Ausschaltung des Emittenten-Risikos. Diese Vorteilsliste ist mittlerweile erheblich geschrumpft.


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Illustration: Adja Schwietring. Quelle: Handelsblatt ZertifikarteNews. Zur Vollansicht bitte anklicken.
Bild vergrößernIllustration: Adja Schwietring. Quelle: Handelsblatt ZertifikarteNews. Zur Vollansicht bitte anklicken.

Henrik Büscher kann stolz auf seinen Fonds sein. Der Fondsmanager des Allianz- dit-Deep Discount hat es als einziger geschafft, in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Zertifikatefonds eine positive Performance zu erzielen. Plus 0,25 Prozent stehen unter dem Strich. Immerhin. Bei den meisten Zertifikatefonds sieht es schlimmer aus. Leider haben sich Fonds, die in Zertifikate investieren, den Kursturbulenzen der vergangenen drei Monate nicht entziehen können.

Insbesondere solche Fonds, die überwiegend Bonus-Zertifikate im Portfolio haben, sind seit Jahresanfang arg unter die Räder gekommen. Der Allianz-dit-Bonus Barriere (WKN: A0JLVV) beispielsweise rutschte in den ersten drei Monaten des Jahres fast eins zu eins mit dem Kurs des Euro Stoxx 50 Index um mehr als 17 Prozent ab. Der G&P StrukturA (WKN: A0J3PV) verlor in diesem Zeitraum sogar mehr als 20 Prozent. „Bonus-Zertifikate haben in den Wochen mit hoher Volatilität besonders stark gelitten. Bei vielen Zertifikaten - insbesondere mit Finanztiteln als Basiswert - wurden die Barrieren verletzt.

In unserem Portfolio betrifft dies etwa 15 Prozent der Zertifikate“, erklärt Jens Deidersen, Fondsmanager des Allianz-dit-Bonus Barriere die Entwicklung. Deidersen stellt aber auch den aus seiner Sicht erkennbaren Nutzen des Fonds heraus: „Gegenüber der Investition in ein einzelnes Bonuszertifikat auf den EuroStoxx 50 fängt der Fonds Risiken auf. Denn während bei einem einzelnen Zertifikat der Bonus-Effekt nach Unterschreiten der Sicherheitsbarriere endgültig verloren wäre, bleibt im Fonds die Mehrzahl der Papiere die Bonus-Chance erhalten.“


Dieser Artikel ist der Ausgabe 08/2008 des kostenlosen Handelsblatt Zertifikate-Newsletters entnommen. Abonnieren Sie die ZertifikateNews und Sie erhalten alle 14 Tage die aktuelle Ausgabe kostenlos in Ihr E-Mail-Postfach geliefert. Zwei Tage, bevor sie zum Download angeboten wird.

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Voraussetzung für eine Erholung sind allerdings steigende Kurse oder zumindest ein Seitwärtsmarkt an der Börse. Besonders im letztgenannten Fall spielen Bonus-Zertifikate ihre Stärken aus. Wenn die Kurse der Basiswerte unter den jeweiligen Bonus- Schwellen bleiben, dann erzielen die betreffenden Zertifikate gegenüber Aktien zuweilen deutliche Überrenditen. Werden - wie Anfang des Jahres geschehen - reihenweise die Sicherheits- Barrieren von Bonus-Zertifikaten gerissen, dann geraten die entsprechenden Fonds jedoch gleich doppelt unter Druck: Die Kurse der Zertifikate sinken in diesen Fällen stärker als die Basiswerte. Denn die Optionen, mit denen die Sicherheitsbarrieren erzeugt werden, verfallen mit Unterschreiten derselben wertlos. Bei einem anschließenden möglichen Aufschwung der Basiswert- Kurse gehen die Bonus-Zertifikate zwar eins zu eins mit, der Bonus- Effekt bleibt jedoch aus, das jeweilige Zertifikat kann sich in der Folge nicht besser entwickeln als der Basiswert.

„Die Fondsmanager geraten deshalb in ein Dilemma: Lassen sie die betreffenden Zertifikate im Portfolio, verliert der Fonds seinen Sinn. Denn Zertifikatefonds, die zu viele ’gefallene Bonus- Engel’ im Depot haben, bieten gegenüber klassischen Aktienfonds kaum noch Vorteile. Schichten die Manager ihr Portfolio aberumund verkaufen die Zertifikate, bei denen die Sicherheitsbarriere gerissen wurde, dann ist die Wahrscheinlichkeit derzeit hoch, dass das nur mit Verlusten möglich ist“, erklärt Andreas BeckvomInstitut für Vermögensaufbau.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ausgewählte Zertifikatefonds im Detail


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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