Zertifikate + FondsZertifikate-Anlagestrategie
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Freitag, 25. April 2008, 13:10 Uhr
130/30-Strategie

Ohne Dividende

Von Anton Riedl, Wirtschaftswoche

Die Zertifikate-Industrie deckt das Trend-Thema 130/30-Strategie mit zahlreichen Neuemissionen ab. Vorreiterin ist Merrill Lynch, die Bank hat auf alle 80 Dax- und MDax-Aktien solche Zertifikate im Programm; alle mit Laufzeit bis Juni 2009, so dass Gewinne steuerfrei wären. Doch 130/30-Zertifikate bieten selten mehr als Aktien – eine Analyse.


Die Zertifikate funktionieren nach folgendem Prinzip: Zunächst werden 100 Prozent des Anlagebetrags in eine Aktie investiert. Dazu wird via Termingeschäft mit einem Volumen von 30 Prozent der Anlagesumme der entsprechende Vergleichsindex verkauft („Short“), also etwa der Dax bei einem 130/30-Zertifikat auf E.On oder der MDax bei einem Schein auf Krones. Durch diesen Verkauf entsteht ein Erlös von 30 Prozent der Anlagesumme. Dieser fließt wieder in die Aktienposition („Long“), die damit auf 130 Prozent anschwillt. Unterm Strich hat das Zertifikat einen leichten Hebel auf den Aktienkurs, der durch eine Short-Spekulation auf den Vergleichsindex finanziert wird.

Beispiel: Der Dax verlor in den vergangenen zwölf Monaten neun Prozent. Dagegen kamen E.On-Aktien auf ein Kursplus von 12 Prozent. Ein 130/30-Zertifikat auf E.On hätte sich wie folgt verhalten: Das Aktienergebnis wird um 30 Prozent erhöht, es wächst also auf 15,6 Prozent. Dazu kommt ein Gewinn aus dem Indexgeschäft, schließlich ist der Dax ja gesunken. 30 Prozent von neun Prozent ergeben zusätzliche 2,7 Prozentpunkte. Unterm Strich gewinnt das Zertifikat 18,3 Prozent – ein deutlicher Vorsprung gegenüber den 12 Prozent der Aktie. Allerdings: Rechnet man die in dieser Zeit gezahlte Dividende vom 3,35 Euro mit ein, steigt das Ergebnis des Aktieninvestments auf 15,1 Prozent – der Vorsprung des Zertifikats wird knapper.

Vollends ins Minus rutscht ein Zertifikat, wenn die Aktie den Index nicht schlägt. Infineon etwa verloren in den vergangenen zwölf Monaten 60 Prozent. Die Rechnung sähe dann so aus: Das Minus aus der Aktienkomponente erhöht sich durch den Hebel auf 78 Prozent. Die 2,7 Prozent aus der Index-Komponente können den Verlust nur noch leicht auf 75,3 Prozent verringern.

Fazit: Nur routinierte Stock-Picker, die überzeugt sind, dass ihre Aktie den Index schlägt, haben bei 130/30-Zertifikaten eine Chance. Wenn möglich, eine Aktie mit wenig Dividende wählen. Dann kann der Vorsprung im Zertifikat letztlich umso größer ausfallen – wenn die Spekulation aufgeht.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 17, 21.04.2008.




WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Fonds wollen Zertifikate nachbauen(15.05. 13:54)
Artikel Auf der Suche nach sechs Prozent(12.05. 11:29)
Artikel Bessere Chancen für Dax-Bären(09.05. 10:21)
Artikel Profis legen Wert auf Liquidität(29.04. 10:50)
Artikel Dividendenstrategie mit Bonuskick(28.04. 08:04)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

ZERTIFIKATE-NEWS

Börse in Tokio zeigt Stärke

 Alle Videos

ANALYSTENMEINUNG
ArtikelAktienanalysen des Tages
Artikel Analye: Ölpreis steigt im zweiten Halbjahr 2008 auf 141 Dollar
Artikel dpa-AFX Überblick: Analysten-Einstufungen in der Woche vom 12.5. bis 16.5.2008
Artikel dpa-AFX Überblick: Analysten-Einstufungen vom 16.05.2008
DIE FINANZPROFIS

Experten beziehen Stellung zu aktuellen Börsen-Themen
Schweizer Geheimnisse


Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

MARKTINFORMATIONEN
 DAX 7.156,55 +1,07%
 L-Dax 7.163,20 +0,80%
 TecDAX 866,04 +0,54%
 L-TecDAX 865,33 +0,46%
 Dow 12.986,80 -0,05%
 Nasdaq 2.031,27 +0,00%
 Nikkei 225 14.219,48 -1,00%
 DJGTitans 194,62 +0,01%
 Euro(USD) 1,5579 +0,89%
 Euro-Bund 113,63 +0,40%
 Gold NY 881,25 +1,88%
 Rohöl ($/B) 123,25 +1,22%
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Continental 82,50 +4,17%
 Henkel 30,58 +3,42%
 Adidas AG 46,70 +2,64%
 E.ON 130,55 -0,46%
 Commerzbank 22,75 -4,01%
 Dt. Telekom 11,21 -5,96%
INTRADAY CHARTS
Dax TecDax DowJones Nasdaq
CHARTANALYSE
ArtikelGoldpreis hat jetzt eine Unterstützungsmarke erreicht
ArtikelUS-Leitindex S&P 500 sendet Erholungssignale
ArtikelDas langfristige Bild für den MDax bleibt negativ
HANDELSBLATT SONDERDRUCK
Alle wichtigen Neuregelungen und Tipps rund um Ihre Privatvorsorge liefert Ihnen der neue Handelsblatt-Sonderdruck „Altersvorsorge“ (2. Ausgabe).
Schutzgebühr: 8,- € (zzgl. Versandkosten).

Bestellen Sie den Handelsblatt-Sonderdruck „Altersvorsorge“ im Handelsblatt-Shop unter » www.handelsblatt-shop.com
UMFRAGE

Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

Ja, 200 Dollar sind durchaus realistisch.

Nein, der Ölpreis wird eher fallen und die 200-Dollar-Marke wird bis Ende 2009 nicht erreicht.

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Aktien mit Potenzial

Klick für Klick: Welche Dax-Werte das größte Kurspotenzial haben. Jeden Freitag neu!
Zertifikate-Newsletter

Strategien & Tipps - Hier kostenlos abonnieren oder downloaden!
Analystencheck

Kaufen? Halten? Verkaufen? Nutzen Sie das professionelle Analyse-Tool!
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick