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20.02.2008 

Den nächsten Präsidenten und die profitierenden Branchen richtig zu prognostizieren, hält Dr. Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik für reines Glücksspiel. „Der Ausgang der Wahl lässt sich nicht prognostizieren. Zu viele Faktoren beeinflussen das Ergebnis.“ Zwar brachte der Super-Tuesday mit vielen Vorwahlen leichte Vorteile für John McCain und Hillary Clinton, aber selbst dies gibt keine Hinweise, ob die für die Zertifikate ausgesuchten Unternehmen ebenfalls zu Gewinnern werden. Denn der Kongress verfügt in den USA über eine starke Stellung. Diese Erfahrung machte in der Vergangenheit George Bush bei der Durchsetzung seiner Handelspolitik. „Selbst wenn die Partei des Präsidenten beide Kammern des Kongresses - Senat und Abgeordnetenhaus - „kontrolliert“, ist deren Gefolgschaft nicht garantiert. Um seine Politikinitiativen durchzusetzen, muss der Präsident um die Stimmen von Abgeordneten und Senatoren beider Parteien werben“, gibt Braml zu Bedenken. Was bleibt, wenn man die Wahlstory aus den vorgestellten Produkten eliminiert, sind Basketzertifikate mit vergleichsweise wenigen Aktien aus unterschiedlichen Branchen und einer Restlaufzeit von 16 Monaten. Die Reinvestition von drei Viertel der ausgeschütteten Dividenden verschafft dem Republikaner-Zertifikat einen Vorteil, da hierbei die Dividendenrenditen der Unternehmen im Vergleich zum Demokraten-Zertifikat tendenziell höher sind. Interessenten sollten unabhängig von der Wahl entscheiden, ob sie die Zusammenstellung der Aktien und die Laufzeit des Zertifikats überzeugt.

Neu ist das Thema der US-Wahlen für Zertifikate-Anleger nicht. Bereits im Jahr 2000 brachte Lehman ein George Bush-Zertifikate zur Spekulation auf den Wahlsieg der Republikaner und mit dem Al Gore-Zertifikat das Pendant des demokratischen Gegenkandidaten an den Markt. Beide Basketzertifikate wiesen eine zweijährige Laufzeit auf. Die Spekulation auf den Sieg des einen oder anderen Kandidaten ging nicht auf, denn beide Zertifikate konnten sich den damaligen Börsenturbulenzen nicht entziehen. Während der S&P 500 in den zwei Jahren währungsbereinigt 45 Prozent nachgab, verlor das Demokraten-Zertifikat 51 Prozent. Ob der mit 35 Prozent geringere Verlust des Republikaner-Zertifikats mit demSieg von George Bush zusammenhängt, ist reine Spekulation. Viel wahrscheinlicher ist die mit 17 Aktien breitere Streuung als beim Al Gore-Zertifikat, dessen Korb nur zehn Aktien enthielt. Diese dürften den heutigen Käufern der US-Wahl-Zertifikate teilweise bekannt vorkommen. Denn Fannie Mae, Teva Pharmaceuticles, Lookhead Martin, Eli Lilly und Philip Morris (Altria) waren damals ebenfalls Basiswerte der Zertifikate.Interessanter ist ein Vergleich der Aktienmarktrenditen anhand des breit diversifizierten S&P 500-Index, die Anleger während der Amtszeiten der letzten vier amerikanischen Präsidenten erzielen konnten. Während der Regierungsphasen von Ronald Reagan und George Bush sen. liegen sie mit jährlich zehn bzw. elf Prozent gleichauf.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Wie das "Clinton-Zertifikat" gelaufen ist.

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