Bonuszertifikate sind schon problematischer. Auf den ersten Blick sieht ihr Profil vielversprechend aus: Hält sich eine Aktie während der Laufzeit des Zertifikats über einer bestimmten Grenze, gibt es bei Fälligkeit eine feste Rendite. Steigt die Aktie, begrenzt kein Cap die Gewinne; sollte die Aktie sinken und die untere Barriere reißen, geht das feste Renditeversprechen (der Bonus) zwar verloren, aber das Zertifikat löst sich nicht in Luft auf, sondern verliert auch nur im Gleichschritt mit der Aktie.
Im Gegensatz zum Discount sind mit Bonuszertifikaten unbegrenzte Gewinne möglich – ein Vorteil, den diese Papiere in der Hausse ausspielen können. "Doch die meisten Anleger achten zu wenig auf das Risiko, dass der Bonus verloren gehen könnte", warnt Michael Hinz, Vermögensverwalter aus Wuppertal. Im Januar-Crash büßten mehr als zehn Prozent der Bonuspapiere ihr festes Renditeversprechen ein.
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Wer Bonuspapiere einsetzt, muss vorsichtig sein. "Wir setzen vor allem Bonuszertifikate auf Indizes ein und nicht auf Einzelwerte", sagt Vermögensverwalter Hinz. Da ist das Risiko massiver Kursverluste nicht ganz so hoch. Die Papiere sollten eine Restlaufzeit von etwa neun Monaten und einen Puffer von mindestens 30 Prozent haben. "Und wenn sich die Kurse doch anders als erwartet entwickeln, verkaufen wir die Position, wenn der Puffer kleiner als 15 Prozent werden sollte", so Hinz.
Ein Beispiel dafür wäre ein Bonuszertifikat auf den Aktienindex Euro Stoxx 50 mit einer Untergrenze bei 2 500 und einer Bonusrückzahlung von 53 Euro. Bei einem Indexstand von 3 700 kostet das Zertifikat 46,50 Euro (DE000BN1GW84). Bis zum Dezember gibt es 53 Euro zurück, wenn der Index über 2 500 bleibt. Das wäre ein Plus von knapp 14 Prozent. Der Abstand zur Barriere beträgt 32 Prozent, das sind genug Reserven. Sollte sich der Puffer halbieren, schützt der Verkauf vor größeren Verlusten.
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