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16.04.2008 

Der Anleger erwirbt dazu zunächst einen klassischen Call-Optionsschein (Long Call), dessen Basispreis (Strike) bei nahezu null liegt. Dieser lässt ihn, abzüglich Dividenden, an der Performance des Basiswerts nahezu eins zu eins teilnehmen. Zusätzlich wird ein Optionsschein des Typs Down-and-Out-Put mit einem Strike in Höhe des Bonuslevels und einer Barriere in Höhe der Kursschwelle erworben. Der Down-and-Out-Put sichert also den Bonuslevel bis zur Barriere ab. Unterschreitet der Basiswert dagegen die Barriere, so erlischt das Optionsrecht und der Anleger partizipiert nun über den Long-Call eins zu eins an der Entwicklung des Basiswertes. Durch Kombination der beiden Papiere ergibt sich also exakt das von Bonuszertifikaten bekannte Auszahlungsprofil – bei gleichzeitig viel größerer Auswahl bei Sicherheitspuffer und Bonuslevel.

Wichtig ist, dass der Anleger stets beide Komponenten erwirbt, da sonst die Bonusstruktur verloren geht und möglicherweise ein erheblich höheres Anlagerisiko entsteht. Anders sieht das bei Investoren aus, die ohnehin den Basiswert besitzen. Sie können bereits mit dem Erwerb des Down-and-Out-Puts eine Bonusstruktur schaffen, mit der sie auch in Seitwärtsmärkten profitieren können.

Der Hauptvorteil der kombinierten Optionsscheine gegenüber dem klassischen Zertifikat liegt auf der Hand: Durch ein Mehr an Wahlfreiheit kann sich der Anleger ein Bonuszertifikat zusammenbauen, das auf sein eigenes Chance-Risiko-Profil genau zugeschnitten ist. Die Kehrseite der Flexibilität: Die Komponenten müssen im Gegensatz zum Zertifikat einzeln erworben werden, sodass höhere Transaktionskosten anfallen können. Geeignet sind die neuen Produkte vor allem für erfahrene Anleger sowie für Vermögensverwalter, die ihren Kunden ein an ihre Bedürfnisse angepasstes Anlageprodukt bieten wollen. Im Gegensatz zu einem Zertifikat, das eigens für den Kunden aufgelegt wird, ist der Mindesteinsatz hier allerdings niedriger: Bereits ab einem Stück können Anleger in die Produkte investieren, sodass ein Investment mit weit unter hundert Euro möglich ist.


Marc Pawlak ist Leiter Produktmanagement Zertifikate bei der WestLB.


Die Funktionsweise

Seitwärtsrendite

Bonuszertifikate bieten bei seitwärts tendierenden Kursen die Chance auf überproportionale Gewinne. Bewegt sich der Basiswert während der Laufzeit immer zwischen Kursschwelle und Bonusniveau, erhält der Anleger bei Fälligkeit einen vorab festgelegten Bonus.

Volle Partizipation

Steigt der Basiswert bis zum Fälligkeitstag über das Bonusniveau hinaus, erhält der Anleger den Schlusskurs des Basiswertes ausgezahlt. Der Investor nimmt also bei einem klassischen Bonus-Zertifikat unbegrenzt an einer positiven Wertentwicklung des Basiswertes teil.

Verluste möglich

Sinkt der Basiswert während der Laufzeit mindestens einmal unter die Kursschwelle, erlischt der Bonus. Der Anleger nimmt dann eins zu eins – also auch negativ – an der Wertentwicklung des Basiswertes teil. Gewinne sind noch möglich, wenn sich der Basiswert erholt.

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