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Finanzierung (2)
Rechnungen sofort zu Geld machen

Mittelständische Unternehmen können durch den Verkauf von Forderungen ihre finanziellen Risiken reduzieren und ihre Bonität verbessern. Receivables Finance, auch Factoring genannt, ist also einen zweiten Blick wert.
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Die deutsche Wirtschaft wächst – und mit ihr ein Finanzierungsinstrument: der regresslose Forderungsverkauf (Factoring). Bei Unternehmen wird das Factoring immer beliebter als Teil des Finanzierungsmix. Vor allem wenn es darum geht, weltweit zu wachsen.

Forderungen werden weiterverkauft
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen gegenüber Kunden regresslos an einen dritten Partner weiter. Der Käufer kann eine Bank sein oder auch ein spezialisierter Factoring-Anbieter. Das Unternehmen erhält dadurch sein Geld sofort – und nicht erst dann, wenn die Rechnung vom Kunden nach dreißig, sechzig, neunzig Tagen oder gar noch später bezahlt wird.
Bessere Konditionen bei Krediten
Die Vorteile liegen auf der Hand: Unternehmen gewinnen kurzfristig Liquidität und finanziellen Spielraum. So verbessern sie ihre Bilanzkennziffern und erhöhen ihre Bonität, was wiederum tendenziell zu günstigeren Konditionen bei klassischen Krediten führt. Unternehmen können als Zulieferer in der Folge auch ihren Abnehmern längere Zahlungsziele einräumen und dafür beispielsweise einen höheren Verkaufspreis aushandeln.
Schutz von Zahlungsausfällen
Beim Factoring fließt außerdem auch dann Geld, wenn der Abnehmer nicht zahlt oder gar Insolvenz anmeldet. Das heißt, Unternehmen sichern sich über Factoring direkt und einfach gegen Zahlungsausfälle ab. Je nach Vertrag verwaltet der Factoring-Anbieter sogar das Forderungsmanagement. Das heißt, er übernimmt das Mahnwesen und überwacht den Geldeingang. Das spart gerade mittelständischen Unternehmen, die in der Buchhaltung schlank aufgestellt sind, Arbeit und Zeit.
Mehr Sicherheit im Auslandsgeschäft
Ein zunehmender Trend ist der Verkauf von Forderungen in ausländischen Währungen bzw. auf Basis ausländischen Rechts sowie die Finanzierung in Fremdwährung. Grundsätzlich ist ein Forderungsankauf in jeder Währung denkbar– vor allem mit Factoringanbietern mit Bankhintergrund. Neben dem Länderrisiko ist jedoch auch die Verfügbarkeit und Handelbarkeit von Währungen unter Umständen ausschlaggebend.

Lokale Rechtsordnungen zählen
Sind Unternehmen schon mit Niederlassungen oder Tochtergesellschaften im Ausland präsent, können sie den Zahlungsfluss vor Ort verstetigen. Bei zahlreichen internationalen Geschäftsbeziehungen werden die Forderungen jedoch vom ausländischen Recht bestimmt. Dies gilt beispielsweise auch für die Voraussetzung für einen Forderungsübertrag. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Situation sollte je nach Markt geprüft werden, ob lokales Factoring für ein Unternehmen sinnvoll ist.
Aufwand geringer als vermutet
Den Vorteilen beim Factoring steht auch ein Aufwand gegenüber: Unternehmen werden sich einer Außenprüfung stellen müssen, sollten sie bei dem Factoring-Anbieter nicht ohnehin (Bank-)Kunde sein. Darüber hinaus wird der Anbieter das Abnehmerportfolio prüfen und die relevanten Verträge einsehen wollen. Dies ist einmalig etwas aufwändiger als die Etablierung eines Kontokorrentkredits, aber deutlich einfacher zu implementieren als eine Asset Backed Securities-Transaktion: Die Dokumentation beim Factoring ist eher schlank und einfach zu erstellen.
Fokus auf B2B
Forderungsverkäufe bieten sich für die meisten Industriezweige an. Vor allem Produktions- und Großhandelsunternehmen sollten prüfen, ob sich derartige Dienstleistungen für sie lohnen.
Auch für Dienstleister ist Factoring eine Option, wenn sich die Leistungserbringung transparent gestaltet. Im Geschäft mit Privatkunden (B2C) ist dieses Finanzierungstool in einigen Branchen über ausgewählte Spezialanbieter ebenfalls möglich.

Autor: Thomas Farrant, Leiter Global Trade & Receivable Finance MME Sales HSBC Deutschland (Thomas.Farrant@hsbc.de)