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Finanzierung (6)
Unabhängigkeit und mehr Sicherheit

Investitionen mit eigenen Mitteln finanzieren – das ist das Ziel der Cashflow-Optimierung. Unternehmen bieten sich hierzu verschiedene Ansätze.

Am Anfang jedes Investitionsvorhabens steht die Frage nach der passenden Finanzierung. Der klassische Bankkredit ist bei vielen mittelständischen Unternehmen das natürliche Mittel der Wahl. Wer seine Finanzierung jedoch längerfristig und breiter aufstellen will, sucht nach anderen Finanzierungswegen.

Oftmals können Liquidätsbedarfe durch die Optimierung des eigenen Cashflows gedeckt werden. Gerade international tätigen Unternehmen eröffnen sich hierzu verschiedene Möglichkeiten: von der Nutzung überschüssiger Liquidität von Tochtergesellschaften über die Vorfinanzierung von Lagerbeständen bis hin zum Forderungsverkauf. Das Ziel: größere Unabhängigkeit und mehr Sicherheit und Flexibilität bei Investitionen.

Liquiditätsüberschüsse international nutzen
Um überschüssige Mittel von Tochtergesellschaften nutzen zu können, muss zunächst die Liquidität gebündelt werden. Ein gängiges Mittel hierzu ist das Cash Pooling. Über ein spezielles Master-Konto wird ein konzerninterner Liquiditätsausgleich über alle angeschlossenen Konten vorgenommen. Dies bietet sich vor allem für Unternehmen mit globalisierten Firmenstrukturen an.

Die Unternehmen steuern über das Master-Konto den gesamten Zahlungsverkehr internationaler Tochtergesellschaften zentral. So können die überschüssigen Mittel einer türkischen Tochter zum Beispiel für Investitionen in Malaysia genutzt werden.
Durch die Zentralisierung wird zudem das Liquiditätsmanagement transparenter. Die Komplexität im Treasury sinkt ebenso wie die Kosten.

Finanzierung des Warenlagers
Eine weitere Möglichkeit zur Optimierung des Cashflows ist die Abtretung bzw. der Verkauf des Warenlagers – über klassische Lagerfinanzierung oder das sogenannte Finetrading. Die Auslagerung des Einkaufs lohnt sich für alle Unternehmen, die bei ihrer Leistungserbringung auf Waren oder Rohstoffe mit volatilen Preisen angewiesen sind.

Die Warenbeschaffung wird fortan flexibel von einem Zwischenhändler bzw. Finanzierer betrieben, dem Finetrader. Dieser erwirbt im Auftrag des Käufers die Ware und finanziert sie vor. Zum größten Teil werden hierfür Vermögensgegenstände genutzt, die nur kurzfristig bilanziell aktiviert werden. Das Finetrading schafft schnell und flexibel Liquidität auch für kurzfristige Finanzierungsbedarfe.

Factoring-Verträge flexibel gestalten
Ein klassisches Mittel der Cashflow-Optimierung ist der Forderungsverkauf, auch Factoring genannt. Bei diesem geht der Trend zunehmend weg von standardisierten Lösungen hin zu flexiblen Verträgen. Während beim klassischen Factoring der Verkauf einer Forderung sofort beglichen wird, können Unternehmen bei flexiblen Factoring-Verträgen individuell über den Erhalt des Verkaufserlöses entscheiden. Dazu wird der Erlös der verkauften Forderung bei der Bank eingelegt und treuhänderisch verwaltet. Das Unternehmen, das die Forderung verkauft hat, kann den Betrag jederzeit abrufen – eine Option, für die sich immer mehr Unternehmen entscheiden. Auch im entgegengesetzten Modell kann über die Lieferantenfinanzierung, dem Reverse-Factoring, der Cash Flow optimiert werden.

Die Cashflow-Optimierung bietet verschiedene Wege, um Investitionen mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Welches Instrument sich dabei am besten eignet, hängt stets von der individuellen Situation und der Höhe des Liquiditätsbedarfs des Unternehmens ab. Zudem sind bei allen Lösungen die individuellen steuerlichen und bilanziellen Auswirkungen zu beachten.

Autor: Stefan Vogel, Head of Product Proposition & Advisory, Global Trade and Receivable Finance, HSBC Deutschland (stefan.vogel@hsbc.de)