HSBC
ANZEIGE: Für sämtliche Inhalte dieser Seite ist HSBC verantwortlich.

Finanzierung (7)
Flexibler als Anleihen & Co.

Niedrige Margen langfristig sichern und Liquidität erst dann abrufen, wenn sie benötigt wird – diese Vorteile bieten syndizierte Kredite. Im Vergleich zu Schuldscheinen oder Anleihen sind sie zudem hoch flexibel.

Ein aktueller Blick auf den Kreditmarkt in Deutschland: Die Liquiditätssituation bei vielen Banken ist gut, sie vergeben gern Kredite, um die vorhandenen Mittel anzulegen. Gleichzeitig ist das Zins- und Margenniveau niedrig, was die Kreditfinanzierungen für Mittelständler attraktiv macht.

Doch die Talsohle bei den Kreditmargen dürfte erreicht sein. Daher sind momentan Finanzierungsinstrumente gefragt, mit denen Unternehmen die günstigen Bedingungen langfristig fixieren können. Möglich ist dies bei syndizierten Krediten oder auch Konsortialkrediten. Hierbei vergeben mehrere Banken gemeinsam – als Konsortium – einen Kredit an ein Unternehmen, üblicherweise ab einem Volumen von 40 Millionen Euro.

Variable Kreditlinien statt festem Darlehen
Syndizierte Kredite werden als revolvierende Kreditlinien oder als Festdarlehen mit variabler Verzinsung vergeben: Wichtig ist es, das Volumen einer Konsortialfinanzierung richtig zu dimensionieren. Als Faustregel nimmt man den Finanzierungsbodensatz zuzüglich der unterjährig schwankenden Finanzierungserfordernisse und einer Liquiditätsreserve für unvorhergesehene Situationen.

Konditionen langfristig sichern
Das lohnt sich vor allem dann, wenn – wie derzeit – ein günstiges Margenniveau vorherrscht. Pacta sunt servanda – die Banken können die Konditionen während der Laufzeit nicht anpassen – auch wenn sich das Kreditmarktumfeld wieder ändern sollte. Damit hängt die Ausgestaltung des Kredits nicht nur von der Risikotragfähigkeit, sondern auch von den Markterwartungen des Unternehmens ab: Je höher die Unsicherheit bezüglich der künftigen Kreditmargen ist, desto attraktiver wird es, die aktuell attraktiven Marktbedingungen jetzt zu fixieren.

Flexibel abrufen und zurückzahlen
Gerade gegenüber der Kapitalmarktfinanzierung, zum Beispiel über Schuldscheine oder Anleihen, punkten Konsortialkredite durch Flexibilität. Denn den Kreditnehmern bleibt frei überlassen, wann und ob sie die Kreditlinien überhaupt abrufen. Wer hingegen einen Schuldschein emittiert, muss über die vollständigen Mittel sofort verfügen – verzögert sich das Investitionsvorhaben, muss das Geld angelegt werden, vielleicht sogar zu negativen Zinsen.
Auch die Rückzahlung kann beim Konsortialkredit flexibel gestaltet werden. Bei hohen Mittelzuflüssen kann der Kredit stärker zurückgeführt werden, sollten Liquiditätsengpässe auftreten, wird beispielsweise über eine revolvierende Tranche der Kredit wieder höher in Anspruch genommen.

Bankenkonsortium gezielt zusammensetzen
Bei der Zusammenstellung des Bankenkonsortiums sollten Mittelständler auf Banken setzen, die sie auch im operativen Geschäft unterstützen können. Denn die Konsortialbanken definieren die Kernbankengruppe des Unternehmens. Diese haben dann auch die Erwartung, dass Zusatzgeschäfte auch im Wesentlichen mit diesen abgewickelt werden. Das hält am Ende die Zahl der Bankbeziehungen niedrig und spart Kosten und Aufwand in der Administration.

Autor: Andreas Voglis, Leiter Financial Structuring & Advisory, HSBC Deutschland (andreas.voglis@hsbc.de)