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Kapitalanlage
Nachhaltigkeit rückt in den Fokus

Unternehmen sehen sich sozial und ökologisch in der Verantwortung und verfolgen zahlreiche Initiativen. Auch bei der Geldanlage spielt Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle. Denn es locken Renditevorteile.

In der Vergangenheit haben wirtschaftliche Risiken wie die Finanzkrise, Inflationssorgen und Arbeitsmarktungleichgewichte die Themenagenda geprägt. Heute sind es vielmehr ökologische, geopolitische und sozialgesellschaftliche Sorgen, die Anleger umtreiben. Die Angst vor der Verbreitung von Viruserregern, vor globalem Wassermangel und nicht zuletzt vor den Folgen der Weltklimakonferenz 2015 gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Klimawandel hat dabei kein rein ethisches Motiv mehr, er ist Teil der fundamentalen Kapitalmarktanalyse geworden.

Mehr Nachhaltigkeit, weniger Risiko
Die wichtigste Erkenntnis bei der Kapitalanlage, die nachhaltige Aspekte berücksichtigt, ist die Reduzierung von Portfoliorisiken. Der Nachhaltigkeitsgedanke sorgt bei der Analyse und Portfoliozusammenstellung für eine verbesserte risikoadjustierte Performance. Vor allem Unternehmen, die sich verstärkt mit Ökologie-, Sozial- und Unternehmensführungsthemen (kurz ESG: environment, social, governance) auseinandersetzen, haben deutliche Vorteile gegenüber Unternehmen, die Nachhaltigkeit bei der Kapitalanlage eher stiefmütterlich behandeln. Zur Veranschaulichung: Vergleicht man die Wertentwicklung von Unternehmen auf Aktienseite für den Zeitraum von 2008 bis 2015, kann man ein deutliches Plus von 26 Prozentpunkten der ESG-Führer gegenüber den anderen Unternehmen verzeichnen.

Für Anleihen verstärkt sich zwar das asymmetrische Risikoprofil, doch je nachhaltiger sich ein Unternehmen aufstellt, desto höher ist die Eigenkapitalquote und umso besser seine Schuldnerqualität. Schließlich assoziiert ein besserer ESG-Wert von Unternehmen geringere Risikoaufschläge.

Gute Unternehmensführung, gute Performance
Neben der Risikominimierung versprechen Anlagen mit Nachhaltigkeitsbrille auch eine bessere Rendite. Unter den Kriterien sticht besonders die gute und transparente Unternehmensführung hervor, die sogenannte Good Governance. Sie macht den Unterschied im Portfolio. Bei Vergleichen zwischen Industrieländern und Emerging Markets, aber auch innerhalb von Branchen wird deutlich, dass Good Governance entscheidend für die Bewertung von Unternehmen ist. Zwar führt Good Governance nicht automatisch zu einer besseren Performance. Aber umgekehrt geht eine schlechte Unternehmensführung oftmals mit einer Underperformance einher. Darüber hinaus ist gerade bei bonitätsschwachen Namen der Einfluss guter Unternehmensführung für den Fortbestand ausschlaggebend.

Nachhaltige Kapitalanlagen mit wachsender Nachfrage
Kapitalanlagen, die einzelne Unternehmen oder Sektoren aus Nachhaltigkeitsgründen rigoros ausschließen, machen heute rund 14 Billionen US-Dollar in Depots weltweit aus – Tendenz in Europa steigend. Stattdessen ist die Integration von ESG-Analysen in Verbindung mit Best-in-Class-Ansätzen vor allem in Nordamerika beliebt. Weltweit werden rund 13 Billionen US-Dollar nach diesem Ansatz verwahrt. Zukünftig wird der aktive Dialog zwischen Unternehmen und Investor die bisherigen Nachhaltigkeitsansätze ablösen und unter dem Stichwort Engagement die größten Steigerungen verzeichnen.

Unternehmen, die eine nachhaltige Anlagepolitik verfolgen wollen, müssen keinen zusätzlichen Aufwand fürchten. Denn starke Analysehäuser und Asset Manager haben ESG-Faktoren längst in den Anlageprozess integriert. Ökologische und soziale Unternehmensführung sowie geopolitische Analysen gehören bei der Kapitalanlage genauso dazu wie die Kalkulation von internen Risikoparametern und die Berücksichtigung externer Regulierungsanforderungen.

Autor: Wiebke Merbeth, Abteilungsdirektorin Corporate Business, HSBC Global Asset Management (Deutschland) GmbH (wiebke.merbeth@hsbc.de)