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Biologische Vielfalt
Wenn Industriebetriebe eine Arche bauen

Forscher warnen vor einem dramatischen Artensterben aufgrund des Klimawandels und der Umweltverschmutzung. Die Industrie kann jetzt helfen, bedrohte Arten zu retten.

Wer verliebte Vögel sehen will, muss durch den Türschlitz einer Gewerbehalle gucken. Rauch- und Mehlschwalben verputzen in den Ecken und Winkeln ihre Nester aus Lehm und Speichel. Die selten gewordenen Vögel kleben ihr Domizil unter die Decke einer Biomasseanlage, die auf dem Gelände des Umweltdienstleisters Veolia in Essenheim bei Mainz steht. Veolia produziert hier aus Bioabfall und Grünschnitt jedes Jahr 22.000 Tonnen Kompost und Strom für 1800 Einfamilienhäuser. An der Tür hängt symbolisch ein Willkommensschild für Schwalben, angebracht vom Naturschutzbund Nabu.

Umweltschutz auf Firmengeländen ist ein brachliegendes Potenzial. Allein auf dem fünf Hektar großen Veolia-Betriebsgelände hat der Nabu ein Viertel der Fläche als naturschutzfachlich wertvoll eingestuft. Seitdem plant Veolia seine Außenanlagen mit dem Grünstift. Auf dem Areal gibt es jetzt einen See, dessen Ufer Lebensraum für Eidechsen und Ringelnattern bietet, eine Lösslehmwand für Insektenbrutröhren und eine Streuobstwiese. „Schon einfachste Mittel reichen aus“, sagt Vertriebsleiter Uwe Honacker, „um Naturschutz auf dem eigenen Betriebsgelände zu betreiben.“

Der Nachhaltigkeitsgedanke des Unternehmens ist seit jeher Teil seines Kerngeschäfts. Wenn man sich auf dem eigenen Betriebsgelände für Biodiversität engagiert so wie am Standort in Essenheim, wird Nachhaltigkeit konkret und erlebbar. Immer knapper werdende Ressourcen haben das Unternehmen 2014 zu der strategischen Neuausrichtung vom Entsorger zum Verwerter motiviert. Ein Schritt, der sich auszahlt – das Unternehmen hat im Jahr 2015 in Deutschland 1,7 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

Was aus der Perspektive eines Betriebswirts sinnvoll war, ist aus Sicht eines Biologen die Arche Noah, ein Rettungsboot für bedrohte Tiere und Pflanzen. Wissenschaftler der University of Queensland in Australien haben herausgefunden, dass unser enormer Verbrauch an Holz, Wasser oder Wertstoffen mehr Tier- und Pflanzenarten sterben lässt als der Klimawandel. Die Forscher haben 8.700 Spezies untersucht, die auf der Roten Liste bedrohter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN stehen. 72 Prozent der Arten sind laut der Studie allein durch die Übernutzung von Ressourcen bedroht, entweder die Art selbst oder ihr Lebensraum. Beispiele dafür finden sich nicht nur in abgeholzten tropischen Regenwäldern.

Auf einem ehemaligen Militärgelände in der Oberlausitz zwitschern noch 67 verschiedene Vogelarten, viele davon ebenfalls gefährdet. Auch dort hat Veolia ein Betriebsgelände. Damit die Tiere nicht aussterben, hilft wieder der lokale Nabu als Partner. „Das große Interesse des Landkreises Bautzen und die persönliche Unterstützung des Revierförsters haben uns geholfen und in unserem Engagement für Biodiversität bestärkt“, sagt Betriebsleiter Frank Mosig. Deshalb wird der Nadelwald rund um das Gelände zu einem Mischwald umgewandelt, der vielen Tierarten einen Lebensraum bietet.

„Das Engagement für nachhaltige, saubere und geschützte Umwelt hilft Veolia in letzter Instanz auch bei den operativen Aufgaben“, sagt die Nachhaltigkeitsbeauftragte des Unternehmens, Sylke Freudenthal. „Denn nur in einem gesunden natürlichen Umfeld kann man heute und morgen gesundes Trinkwasser in höchster Qualität gewinnen – und das ist unser Anspruch.“ Das Unternehmen ist in vieler Hinsicht auf biologische Vielfalt angewiesen, um seine Aufgaben erfüllen zu können, zum Beispiel bei der naturnahen Aufbereitung von Abwasser oder der Gewinnung von Trinkwasser aus Uferfiltrat.

Dass darüber hinaus auch vom Aussterben bedrohte oder seltene Vögel an vielen Veolia-Standorten brüten können, verdanken sie nicht zuletzt den Mitarbeitern. Denn der Letzte, der abends abschließt, schaut immer nach, ob in der Betriebshalle noch ein kleiner Einflugspalt für Schwalben geöffnet ist.