ANZEIGE: Für sämtliche Inhalte dieser Seite ist Veolia verantwortlich.

Entsorgung
Kaffee für den Kreislauf

Kaffeekapseln aus Aluminium gelten als Umweltsünde, doch mit der richtigen Technik sind sie zu 100 Prozent recycelbar. Neue Abfallgesetze sollen auch bei anderen Verpackungsmaterialien für mehr Recycling sorgen.

Es könnte so einfach sein. Unternehmen erfinden Produkte, die keinen Müll hinterlassen. Fahrräder, Smartphones, Möbel – alles lässt sich durch geschickte Planung vollständig verwerten. Die Wertstoffe zirkulieren in einem Kreislauf, ohne unter großer Energiezufuhr den Verbrennungstod zu sterben.

Bei einigen Produkten hat sich dieser Stoffkreislauf bereits lückenlos geschlossen – zum Beispiel bei Kaffeekapseln aus Aluminium. Zwei Milliarden landen jedes Jahr allein in Deutschland im Mülleimer. Doch Recyclingdienstleister haben sich gegen diese Umweltsünde etwas einfallen lassen. Mit speziellen Verfahren können die Kaffee-Töpfchen ohne Zugabe neuer Rohstoffe gepresst, geschmolzen und neu verarbeitet werden. Der alte Kaffeesatz dient als organischer Abfall sogar als zusätzlicher Energielieferant bei der Wiederaufbereitung.

„Zum Glück entwickeln sich auch die Technik und unser Verständnis weiter, was uns bei der Suche nach Lösungen hilft“, sagt Etienne Petit, Generaldirektor des Umweltdienstleisters Veolia in Deutschland. Durch ähnliche restaurative Kreisläufe im Sinne der Kaffeekapseln könnten die EU-Länder bis 2030 etwa 1,8 Billionen Euro einsparen. Das hat die Strategieberatung McKinsey zusammen mit der Allen MacArthur Stiftung ausgerechnet. In diesem Batzen stecken nicht nur Ersparnisse beim Waren- und Gütertransport oder dem Energieaufwand. Die Kreislaufwirtschaft eröffnet Unternehmen auch ganz neue Einnahmequellen durch neue Produkte und Dienstleistungen.

Das große Potenzial hat auch die Bundesregierung erkannt und deshalb längst überholte Abfallgesetze überarbeitet. Hauptziel der Gesetze ist es, mehr Abfälle aus privaten Haushalten und Unternehmen zu recyceln und weniger zu verbrennen. Dafür sollen künftig noch höhere Recyclingquoten und eine Ausweitung des Pfandsystems sorgen.

Auf den Prüfstand kamen das Verpackungsgesetz, das vor allem private Verbraucher betrifft, und die Gewerbeabfallverordnung, die sich auf Unternehmen auswirkt. Betriebe sollen in Zukunft verpflichtet werden, 90 Prozent ihrer jährlich etwa 40 Millionen Tonnen Abfall nach Kategorien zu trennen. Separate Container gibt es dann für Papier und Kartonagen, Glas, Metalle, Holz, Textilien, Bioabfälle und weitere Abfälle. „Ob das festgelegte Verfahren in der Praxis taugt und sein Ziel erreicht, darüber streitet man sich noch. Klar ist jedoch eines: Es gibt noch Luft nach oben bei der Rückführung von Wertstoffen in den Kreislauf“, sagt Veolia-Chef Etienne Petit. Insgesamt begrüßen Umweltdienstleister wie Veolia aber die Getrennthaltungspflicht für Abfälle.

Das Problem sieht die Branche in zu vielen Ausnahmeregelungen von der Getrenntsammlungspflicht. Diese kann aus verschiedenen Gründen ausgehebelt werden: Zum Beispiel wenn sie technisch für den Betrieb nicht möglich ist, etwa weil für die Behälter nicht genug Platz zur Verfügung steht.

Eine andere Ausnahmeregelung betrifft die Kosten. Ein Unternehmen wird sich fragen können: Wie teuer ist die Getrenntsammlung des Abfalls auch bei einer sehr geringen Menge an Wertstoffen? Und: Wäre eine gemischte Sammlung mit einer anschließenden Sortierung des Gewerbeabfalls eventuell günstiger? In dem Fall greift die Ausnahmeregelung, weil die Abfalltrennung wirtschaftlich nicht zumutbar ist. „Falls dieses Schlupfloch allzu häufig genutzt wird, geht das zu Lasten der politischen Nachhaltigkeitsziele und einer größtmöglichen Ressourcenrückgewinnung“, sagt Matthias Harms, CEO der Veolia Umweltservice Unternehmensgruppe. „Bei der Umsetzung der Regelungen wird es daher maßgeblich auf den Vollzug ankommen.“ Viele Branchen- und Umweltverbände sind ähnlicher Meinung.

Bisher konnten Umweltdienstleister wie Veolia sich trotz schwieriger politischer und wirtschaftlicher Umstände auf neue Gegebenheiten einstellen. Ein gutes Beispiel ist das Recycling von PET-Flaschen. Inzwischen gibt es ein Verfahren, das den Kunststoff unbedenklich aufbereitet und sogar die einzelnen Schritte nach außen transparent dokumentiert.

In einer der modernsten Recycling-Anlagen für PET-Flaschen in Rostock landen jedes Jahr eine Milliarde Flaschen. Nach wenigen Stunden kommen lebensmitteltauglich reine Kunststoffteilchen als neu gewonnener Recyclingrohstoff wieder heraus und sind bereit für ein neues Leben als Getränkeflasche. Bottle-to-bottle nennt sich das Verfahren des Umweltdienstleisters Veolia, der etwa ein Fünftel der jährlich in Deutschland produzierten PET-Einweg-Getränkeflaschen recycelt.

Veolias Umweltservice-CEO Matthias Harms ist angesichts der aktuellen Parlamentsbeschlüsse zuversichtlich und wertet die politische Richtung insgesamt als wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. „Der Ansatz, die Verordnung zu novellieren, war richtig, weil damit mehr Ressourcen zurückgewonnen und höhere Recyclingquoten erreicht werden können.“