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Interview: Engagement bei Veolia
„Nachhaltigkeitsmanagement bleibt eine Herausforderung“

Viele Unternehmen wollen nachhaltiger sein. An guten Ideen mangelt es nicht, doch die Umsetzung ist oft nicht leicht. Der Umweltdienstleister Veolia zeigt, wie sich Förderaktivitäten für mehr Nachhaltigkeit bündeln lassen.
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Wasserversorgung und Abwasserreinigung, Recycling sowie regionale Energieversorgung und –effizienz bei Veolia sind per se nachhaltige Geschäftsfelder. Aber das Unternehmen leistet noch mehr für Klima- und Umweltschutz. Was genau, erklären Sylke Freudenthal, Beauftragte für nachhaltige Entwicklung, und Fiene Berger, Geschäftsführerin der Veolia-Stiftung, im Interview.

In seinem Kerngeschäft setzt sich Veolia bereits für Nachhaltigkeit ein. Frau Freudenthal, Sie sind darüber hinaus Beauftragte für nachhaltige Entwicklung. Was bedeutet Nachhaltigkeitsmanagement bei Veolia?
Sylke Freudenthal: Das ist ein großes Feld. Es beginnt mit grundsätzlichen Ideen und Richtlinien aus unserer Pariser Zentrale. Wir schauen, wie wir die Zielvorgaben für den Standort Deutschland in konkrete Projekte umsetzen können – für Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Biodiversität. Das sind Themen, die eng mit unseren Geschäftsfeldern verbunden sind: wenn wir beispielsweise aus Abfällen neue Ressourcen gewinnen, Trinkwasserquellen vor Schadstoffbelastungen schützen oder auf klimafreundliche regionale Energie setzen.

Welche konkreten Projekte treiben Sie voran?
Freudenthal: Ein Beispiel ist unser Kreis von Critical Friends – externe Experten, die mit unserer Geschäftsführung über Nachhaltigkeitsthemen diskutieren und Projekte anstoßen. Im InfraLab Berlin arbeiten wir mit großen Infrastrukturunternehmen gemeinsam an Innovationen für die nachhaltige Stadt der Zukunft. Seit 2010 verbindet uns eine Partnerschaft mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU). In der Kooperation setzen wir uns für die Renaturierung der Havel und Meere ohne Plastik ein, im Gegenzug berät uns der NABU bei der Umgestaltung eigener Standorte zugunsten von Biodiversität.

Frau Berger, Sie sind Geschäftsführerin der Stiftung, in der Veolia Förderaktivitäten im gemeinnützigen Bereich bündelt. Über 400 Projekte konnten seit der Gründung 2001 gefördert werden. Wie wählen Sie Projekte aus?
Fiene Berger: Die Stiftung gibt uns die Möglichkeit, unsere Nachhaltigkeitsziele auch im gemeinnützigen Bereich umzusetzen. Wir haben unser Förderkonzept gerade neu ausgerichtet und orientieren uns jetzt ganz klar an den Kernkompetenzen von Veolia. Deshalb sind jetzt Energieeffizienz, Schutz von Wasserressourcen und Kreislaufwirtschaft unsere Schwerpunkte, die wir als Förderstiftung, aber auch in Kooperationen mit anderen Stiftungen als Initiator von Projekten unterstützen möchten.

Erzählen Sie uns von einem Leuchtturmprojekt, das uns einen Eindruck von Ihrem Engagement gibt?
Berger: Gemeinsam mit dem NABU führen wir Mehrweg-Geschirr in die Strandgastronomie ein. Für die Pilotphase fiel der Startschuss im Sommer 2016 auf der Ostseeinsel Fehmarn. Über Gastronomen in direkter Lage zum Strand bringen wir eine Alternative zu Wegwerf-Schüsseln und -Bechern in Umlauf. Das ist ein schönes Beispiel, weil es verschiedene Aspekte vereint: Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft und Gewässerschutz. Die Resonanz ist positiv. Die Kunden haben die Wahl, ob sie herkömmliches Einweg-Geschirr nutzen oder für die Mehrweglösung Pfand zahlen. Viele entscheiden sich für die umweltfreundlichere Variante. Gleichzeitig war die Pilotphase für uns eine Lernphase, denn Kundenrückmeldungen zeigen uns Verbesserungspotenzial auf.

Nachhaltige Entwicklung ist von brisanter Aktualität und letztlich eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Welche Bedeutung haben derartige Pilotprojekte in diesem Zusammenhang?
Freudenthal: Beispielhafte Projekte zeigen, dass nachhaltiges Handeln funktioniert und erfolgreich sein kann. Diesen Anstoß braucht es – ob es um Verhaltensänderungen im alltäglichen Leben jedes Einzelnen geht oder um Entscheidungen über ressourcenschonende Produktionsmethoden oder nachhaltige Zulieferer in einem Unternehmen. Nachhaltigkeitsmanagement bleibt eine Herausforderung und wir müssen noch Überzeugungsarbeit leisten.
Berger: Als Unternehmensstiftung hat man zudem die Möglichkeit, Verhaltensänderungen in den eigenen Reihen anzustoßen, indem man Kollegen in die Projekte direkt einbindet.

Müssen Sie hierfür Überzeugungsarbeit leisten? Wie mobilisieren Sie Ihre Kollegen zu mehr Engagement?
Berger: Wir würden im Zweifel mobilisieren, aber in der Tat sind unsere Kollegen auch ohne unsere Aufforderung schon ganz gut dabei. Einen zusätzlichen Anreiz für ehrenamtliches Engagement geben wir mit Pro Ehrenamt. Wer sich in seiner Freizeit gemeinnützig engagiert, kann eine Förderung für den jeweiligen Verein beantragen. So vergeben wir 50.000 Euro jährlich und erhalten jedes Jahr mehr Bewerbungen von unseren fast 12.000 Mitarbeitern.

Hat sich Veolia auch bei „Pro Ehrenamt“ seinen Kernthemen verpflichtet?
Berger: Nein, das private ehrenamtliche Engagement fördern wir themenunabhängig – egal, ob Sportverein, Reitschule oder KiTa. Es muss kein Umweltprojekt sein.
Freudenthal: Anders ist es bei dem Patenschaftsmodell. Für jedes unserer Förderprojekte suchen wir einen Paten aus dem Unternehmen. Für einen Tag im Jahr wird er oder sie für sein Engagement freigestellt. Ein Kollege hat mal die Patenschaft für ein Projekt mit der German Toilet Organization übernommen. Diese verschafft Menschen weltweit Zugang zu Sanitäranlagen. Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind global wichtige Themen etwa zur Vorbeugung von Krankheiten wie Cholera. Unser Mitarbeiter war von dem Engagement so begeistert, dass er später in den Verein eingestiegen ist. Das sind schöne Beispiele, die zeigen, wie solche Initiativen ehrenamtliches Engagement beflügeln.

Frau Freudenthal, Frau Berger, vielen Dank für das Gespräch.